Kickers Würzburg

Fußball Bei der Paarung Würzburger Kickers gegen MSV Duisburg werden Erinnerungen wach / Was Schiele von Vrenezi fordert

Nah dran bleiben an den oberen Plätzen

Archivartikel

Wenn es heute zum Drittliga-Duell zwischen dem FC Würzburger Kickers und dem MSV Duisburg kommt (Beginn 14 Uhr, wir berichteten), dann geraten die historisch bewanderten Fans des FWK ein wenig ins Schwärmen. „Rothosen“ gegen „Zebras“ – da war doch was… Ja, und zwar im Mai 2016. Die Würzburger trafen in der Relegation zur 2. Fußball-Bundesliga auf die „Ruhrpottler“, gewannen 2:0 daheim, 2:1 dort und machten damit den Durchmarsch von der Regionalliga Bayern in die 2. Bundesliga perfekt.

1250 Tage ist dieses letzte Aufeinandertreffen der beiden Vereine heute her. Beim MSV stehen mit Tim Albutat und Ahmet Engin noch zwei Spieler von damals im Kader des ehemaligen Bundesligisten. Bei den Würzburgern ist nur noch einer dabei: Robert Wulnikowski. Er stand damals bei beiden Relegationsspielen im Kasten der Mainfranken, heute ist er Torwarttrainer bei den Kickers. Diese etwa dreieinhalb Jahre zeigen in Sachen Personal die Schnelllebigkeit des Profifußball-Geschäfts.

Während „die Zebras“ als derzeit Dritter ernsthaft Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr ins Fußball-Unterhaus haben können, ist die 2. Bundesliga bei den Kickers aktuell in weiter Ferne – auch wenn die Spieler noch kühne Träume hegen: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz haben und so nah wie möglich an den oberen Plätzen stehen.“ So liest sich das beispielsweise, wenn man Albion Vrenezi nach seinem kurzfristigen Ziel bis zur Winterpause fragt. Der Kosovare ist so etwas wie der Premium-Neuzugang bei den Kickers. Der 26-Jährige wurde zunächst für eine Saison vom Zweitligisten SSV Jahn Regensburg ausgeliehen.

„Ich fühle mich sehr wohl hier und habe mich gut eingelebt“, sagt er heute, gut vier Monate nach dem Beginn seiner Leihe. Viel habe er schon von der Stadt gesehen, und dies auch deshalb, weil die Spieler einiges miteinander unternähmen, so Vrenezi. Er lobt den Zusammenhalt und die sportliche Qualität in der Mannschaft: „So habe ich mir das vorgestellt.“ Nur mit dem Tabellenplatz hadert der Tempodribbler. 13. sind die Kickers – momentan eben weit weg von der 2. Bundesliga.

„Er benötigt Spielpraxis“

Wenn man den lauffreudigen Offensivspieler so beobachtet, fragt man sich sowieso, warum es ein Akteur mit seiner Qualität nicht direkt in der zweiten Liga geschafft hat. „Um sein Potenzial zu heben, benötigt er Spielpraxis“, hieß es bei seiner Leihe von Regensburgs Geschäftsführer Christian Keller. „Er ist sich für nichts zu schade. Er passt genau hier her“, freut sich FWK-Trainer Michael Schiele über seinen „Unterschiedsspieler“. Doch auch der Coach sieht noch Steigerungspotenzial: „Er braucht bei seinen Dribblings noch eine bessere Balance. Wir brauchen ihn noch mehr im Abschluss“, fordert Schiele und denkt dabei an schnelleres Abspielen und dass sich Vrenezi öfter mit einem Doppelpass in Position bringt. Zwei Saisontore sind es bisher aber auch deshalb nur, weil er zu Beginn der Saison verletzungsbedingt fehlte. „Dann habe ich ein wenig Zeit gebraucht, um reinzukommen.“

Schon heute soll es gegen Duisburg mit dem dritten Saisontreffer klappen. „Wir müssen einen guten Tag haben und von Beginn an voll da sein“, fordert der Mann mit der Nummer 10 auf dem Rücken. Er sieht, wie Trainer Schiele übrigens auch, dass die Tendenz nach oben geht: „Wir bekommen nicht mehr so leichte Gegentore.“

Übrigens: In der Saison 2015/16, als sich die Wege der Würzburger und der Duisburger letztmals in der Relegation kreuzten, spielte Albion Vrenezi noch in der Regionalliga Bayern – für den FC Augsburg II.