Kickers Würzburg

Fußball Felix Magath poltert, Daniel Sauer zufrieden

FWK erst in Meppen

Christi Himmelfahrt begann bei den Würzburger Kickers mit einem sehr speziellen Mannschaftsfoto: Alle Spieler, Betreuer und Funktionäre stehen da auf dem Spielfeld der „Flyeralarm-Arena“ – mit Mundschutz und in gebührendem Abstand von 1,50 Meter (siehe www.wuerzburger-kickers.de). Unter anderem heißt es im dazu veröffentlichten Text: „Dieses Mannschaftsfoto, für uns ein Dokument der Zeitgeschichte, wird uns in unserer Kabine immer an die Punkte Verantwortung und Vorbildfunktion erinnern.“

Zu diesem Zeitpunkt wussten sie in Kickers-Kreisen bereits, dass die Saison der 3. Liga ab dem 30. Mai fortgesetzt wird (siehe auch Artikel auf der Seite gegenüber). Dies hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am späten Mittwochabend den 20 Vereinen per E-Mail mitgeteilt. Die ersten beiden Spieltage zu Beginn des Restarts sind terminiert: Demnach treten die Kickers am Samstag, 30. Mai, 14 Uhr, in Meppen an. Am Dienstag, 2. Juni, trifft das Team von Trainer Michael Schiele dann ab 19 Uhr daheim auf Magdeburg. Alle Spiele bis Saisonende finden ohne Zuschauer statt, werden aber bei „MagentaSport“ übertragen.

„Wir freuen uns, dass wir jetzt endlich Klarheit haben und den genauen Zeitpunkt des Restarts erfahren haben. Seit Wochen haben wir uns klar und eindeutig für eine Fortsetzung ausgesprochen, die in unseren Augen alternativlos war und ist“, sagte Daniel Sauer gestern. Der Vorstandsvorsitzende wählte sehr honorige Worte, schließlich zählen die Kickers von Beginn an zu den Befürwortern der Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Ein anderer „Kickers-Offizieller“ hatte da am Mittwoch deutlich harscheres Vokabular gewählt: Felix Magath. In seiner Funktion als Fußball-Boss von „Flyeralarm“ sagte er der Bild-Zeitung in München: „Ich habe absolut null Verständnis dafür, dass der ursprünglich für den 26. Mai geplante Neustart verschoben wurde. Je länger man etwas Notwendiges verschiebt, desto größer werden doch die Probleme. Sportlich, wirtschaftlich und rechtlich. Es hätte längst Klarheit geschaffen werden müssen. Stattdessen schiebt der DFB die Verantwortung hin und her.“ Mit einem dicken Augenzwinkern könnte man nun also feststellen: Der DFB scheint wohl auf Magath gehört zu haben.

„3. Liga zur DFL“

Der Meistertrainer setzt sich zudem dafür ein, die 3. Liga in die Hände der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu geben. Ein Wunsch, den viele Drittligisten durch die Aussicht auf mehr TV-Geld schon länger hegen. „Grundsätzlich darf man fragen, warum eine Profi-Liga nicht bei den Profis, bei der DFL angesiedelt ist, sondern beim DFB, bei den Amateuren“, sagte Magath. Alle sollten sich fragen, wie man die dritte Profiliga finanziell unterstützen könne.

Vielleicht kann dies dem 66-Jährigen auch bald egal sein, denn der FWK will schließlich alles daran setzen, schon zum Ende dieser Saison in die 2. Bundesliga aufzusteigen (wir berichteten). Die Lizenz dafür hat er unter Auflagen erhalten.