Kickers Würzburg

Fußball Dave Gnaase ist wieder solch ein Stabilisator im Mittelfeld der Würzburger Kickers, wie er es in der vergangenen Saison war / Am Sonntag in Chemnitz

Fortschritt dank modifizierter Spielweise

Die Bilanz der Würzburger Kickers aus den jüngsten fünf Begegnungen ist ausgeglichen: Zwei Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen. Trotzdem sprechen sie bei den „Rothosen“ von einem Aufschwung, der in den vergangenen Wochen auszumachen war. „Der Trend geht nach oben“, sagt beispielsweise Dave Gnaase vor dem Drittliga-Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC (Sonntag, 10. November, 14 Uhr).

Zwar haben es die Mainfranken in dieser Saison immer noch nicht geschafft, hinten zu null zu spielen, doch eine verbesserte Stabilität in der Defensive lässt sich erkennen. Mit dafür verantwortlich ist auch Dave Gnaase. Der Mittelfeldspieler hat nach seinem schwachen Saisonstart wieder die Kurve gekriegt und ist zur festen Stütze „auf der Sechs“ geworden. „Die fünf, sechs Wochen in der Vorbereitung waren nicht meine besten“, gibt der 22-Jährige heute zu und grinst dabei vielsagend. Der Leistungsträger der Vorsaison hatte prompt seinen Stammplatz verloren. „Er hat nicht mit der Präsenz gespielt. Die man von ihm kannte“, erklärt Trainer Michael Schiele.

Damals, im August, gab es ein ernstes Gespräch zwischen dem Spieler und seinem Trainer. „Danach habe ich mich zusammengerissen, um wieder auf dem Platz zu stehen“, blickt Gnaase, der 2016 auch ein paar Monate für den damaligen Regionalligisten Spvgg. Neckarelz spielte, selbstkritisch zurück. „Jetzt brennt er wieder auf der Sechs“, freut sich Trainer Schiele und wird den Ex-Heidenheimer auch am Sonntag in Chemnitz wieder von Beginn aufbieten.

„Mehr Biss und Wille“

Dave Gnaase ist aktuell vielleicht sogar einen Schritt weiter als in der vergangenen Saison. Er hat seine sonst etwas „raubeinige Spielweise“ ein wenig modifiziert. Zwar hat er auch schon sechs Gelbe Karten gesehen, doch „Gelb-Rot“ gab es in dieser Spielzeit noch nicht. „Ja, das ist besser geworden“, freut sich auch Michael Schiele und nennt einen weiteren Grund für die Weiterentwicklung: „Er spielt mit weniger Ballkontakten.“ Er selbst freut sich, dass man im Mittelfeld nun eingespielter sei als zu Beginn der Runde. „Insgesamt haben wir mehr Biss und Wille, unser Tor zu verteidigen“, glaubt Gnaase.

In Chemnitz wieder von Beginn an mit dabei sein wird Sebastian Schuppan. Er hat seine Gelb-Sperre abgesessen. Deshalb hat der Coach nun wieder die Qual der Wahl. Leroy Kwadwo, beim 3:2-Sieg in Kaiserslautern für Schuppan als linker Innenverteidiger eingesprungen, hat eigentlich eine gute Leistung gebracht.

Außer den beiden Langzeitverletzten Dominic Baumann und Yassin Ibrahim sind alle fit – und erfreuten sich gestern in einer lockeren Trainingseinheit in der Randersackerer Sporthalle: Fußballtennis war zur Regeneration angesagt, „weil wir zuletzt vier harte Einheiten hatten“, erklärt Schiele. In Chemnitz wird das Spiel aber sicher keine Spaßveranstaltung, sondern ein hartes Stück Arbeit für die Kickers, die mit einem weiteren Auswärtssieg den Abstand auf die Abstiegsränge weiter vergrößern möchten.