Kickers Würzburg

Fußball Zweitliga-Tabellenschlusslicht Würzburg überrascht mit einer starken Leistung und einem 3:2-Sieg beim VfL Osnabrück

Erster Auswärtscoup der Kickers

VfL Osnabrück – FC Würzburger Kickers 2:3

Osnabrück: P. Kühn, K. Engel (79. Multhaup), Gugganig, Beermann, Wolze, Blacha (75. U. Taffertshofer), Reis (79. Heider), Nik. Schmidt (84. M. Trapp), Kerk, Amenyido (75. Ihorst), Santos.

Würzburg: Bonmann, Feltscher, Hansen, Strohdiek, Feick, Toko (59. Meisel), Hägele, Baumann (59. Ronstadt), Sontheimer (84. Dietz), Kopacz (90. Douglas), Pieringer.

Tore: 1:0 (41.) Sebastian Kerk, 1:1 (67.) Marvin Pieringer, 1:2 (76.) Marvin Pieringer, 1:3 (80.) David Kopacz, 2:3 (85.) Luc Ihorst. – Schiedsrichter: Torben Siewer (Olpe).

Der FC Würzburger Kickers hat in der 2. Liga den zweiten Saisonerfolg eingefahren. Beim VfL Osnabrück setzten sich die „Rothosen“ am Ende nicht unverdient mit 3;2 durch. Dabei feierte Neuzugang Christian Strohdiek sein Startelfdebüt. Dagegen mussten Ewerton und Martin Hasek aufgrund muskulärer Probleme passen. Für die Mannschaft von Cheftrainer Bernhard Trares war es gleichzeitig der erste Auswärtserfolg der laufenden Zweitligaspielzeit. Zuvor wurden die ersten sechs Partien in der Fremde allesamt verloren. Spieler des Tages an der Bremer Brücke war dabei Kickers-Angreifer Marvin Pieringer, der das Spiel nach dem 0:1-Pausenrückstand mit seinen beiden Treffern zu Gunsten des FWK drehte: „So einen Start habe ich mir natürlich nicht erträumt, bin aber natürlich froh, dass es so läuft. Ich möchte einfach nur Fußball spielen. Ich habe auf meine Chance gewartet und hoffe, dass ich in der Zweiten Liga Fuß fassen kann. Es wäre schön, wenn der Knoten nun geplatzt ist.“

Munterer Auftakt

Die Trares-Elf startete durchaus mutig in die Partie. Erst traf der im Abseits stehende David Kopacz den Pfosten (2.), dann zielte Patrick Sontheimer zu zentral auf das VfL-Gehäuse (5.). In der Folgezeit wurde Osnabrück zwar stärker und hatte auch mehr Ballbesitz (58 Prozent), die klaren Torchancen blieben für die Hausherren jedoch aus. Das lag natürlich in erster Linie daran, dass die Kickers bis dato gut verteidigten. Ein missglückter Volleyversuch von Sebastian Kerk, bei dem er am Ball vorbeitrat (12.), und eine direkt aufs Tor gezirkelte Ecke des Mittelfeldspielers (24.) waren noch die gefährlichsten Aktionen der Lilia-Weißen.

Insgesamt blieben Torchancen in einer umkämpften Partie jedoch Mangelware. Dementsprechend überraschend fiel der Führungstreffer der Gastgeber durch Sebastian Kerk kurz vor dem Pausenpfiff. Der Ex-Nürnberger Sebastian Kerk spielte im Würzburger Strafraum einen Doppelpasse mit Niklas Schmidt und zog dann aus zehn Metern flach ab und traf zum 1:0 (41.). FWK-Keeper Hendrik Bonmann war zwar noch dran, konnte den Ball jedoch nicht mehr entscheidend abwehren.

Kickers im Glück

Nach dem Seitenwechsel hätte der VfL Osnabrück die Partie gar vorzeitig entscheiden können, als Niklas Schmidt nach schönem Sololauf völlig frei vor dem Würzburg Tor auftauchte. Doch der 22-Jährige verzettelte sich an der Strafraumgrenze. Heraus kam am Ende lediglich ein ungefährlicher Abschluss auf Hendrik Bonmann (47.).

Dies war jedoch ein Weckruf für das Tabellenschlusslicht aus Würzburg, zumal der VfL Osnabrück in der Folge deutlich weniger in das Spiel investierte. So blieb es weiterhin ein offenes Spiel. Die Kickers schöpften plötzlich Mut und agierten nun selbst gefährlicher. Beste Beispiele dafür waren die Abschlüsse von Patrick Sontheimer (53.), Marvin Pieringer (54.) und Arne Feick (61.).

Pieringer trifft doppelt

Die Gastgeber wurden nun immer passiver und versuchten nur noch, das Ergebnis über die Zeit zu retten. Ohne Erfolg, denn nach einer Flanke von Rolf Feltscher brauchte Marvin Peringer aus fünf Metern nur noch zum 1:1 einzudrücken (67.). Neun Minuten später war es erneut die Leihgabe des SC Freiburg, der die Partie sogar komplett drehte. Nach einer Flanke des eingewechselten Dominik Meisel von der linken Seite schob er das Leder aus fünf Metern rechts unten zum 2:1 für Würzburg ein (76.). Für den 21-Jährigen war es bereits das dritte Tor im zweiten Spiel im Dress der Rothosen: „Bei uns ist stets eine sehr gute Stimmung im Training und im Team. Ich fühle mich wohl hier und wurde sehr gut aufgenommen.“

Aus Würzburger Sicht sollte es gar noch besser kommen. Arne Feick bediente mit einem langen Ball David Kopacz. Der zog in den Strafraum und zirkelte das Leder über den Kopf von VfL-Schlussmann Philipp Kühn zum 3:1 in den Kasten (80.).

Trotzdem mussten die Kickers bis zum Schlusspfiff um den Dreier zittern, denn der eingewechselte Luc Ihorst brachte den VfL Osnabrück per Kopf zurück ins Spiel (85.).

Der abschließende Sturmlauf der Gastgeber brachte aber nichts mehr ein. Dementsprechend fand VfL-Torschütze Sebastian Kerk nach der Partie deutliche Worte: „Bis zur 60. Minute haben wir gut und kompakt verteidigt. Was die letzten 30 Minuten passiert ist, kann ich mir nicht erklären. Daher haben wir heute schön auf die Fresse bekommen.“

Für die Kickers gilt es nun, den Schwung aus der zweiten Hälfte in die kommenden Wochen mitzunehmen. Bereits am kommenden Freitag steht das nächste Schlüsselspiel im Kampf um den Klassenerhalt auf dem Programm. Dann gastiert um 18.30 Uhr Mitaufsteiger Eintracht Braunschweig am Dallenberg. „Für uns zählt es nun, weiterhin so mutig wie in der zweiten Hälfte aufzutreten, um die nötigen Punkte zu holen“, blickte FWK-Trainer Bernhard Trares bereits auf die Partie gegen den ehemaligen Deutschen Meister aus Niedersachsen voraus. pati