Kickers Würzburg

3. Liga Kickers-Trainer Michael Schiele hat wohl die Idealbesitzung im Herzstück des Teams gefunden / „Schwergewichte“ hinten dran

Die neue Stärke im Zentrum

Archivartikel

Da strahlte sogar Sebastian Neumann: Der Ex-Kapitän und einstige Fan-Liebling der Würzburger Kickers stattete seinem ehemaligen Verein am Freitag einen Besuch ab und gratulierte der Mannschaft nach dem 3:2-Sieg gegen den SV Meppen (wir berichteten) in der Umkleidekabine. Der 28-Jährige war aber freilich nicht der Einzige mit guter Laune. Der FWK hatte aufgrund der sehr guten Leistung in den ersten 45 Minuten nicht nur gewonnen, sondern sich den überraschenden Auswärtssieg in Mannheim aus der Vorwoche vielleicht noch nicht vergoldet, aber zumindest versilbert.

„Wir haben gezeigt, was wir drauf haben. Jetzt müssen wir schauen, dass wir in den nächsten zwei, drei Spielen das Ding ins Rollen bringen“, forderte Patrick Sontheimer. Der Dauerläufer im Kickers-Mittelfeld freute sich nicht nur über den Sieg, sondern auch über seinen Premieren-Treffer im Profifußball zum zwischenzeitlichen 2:0 (17.). Der Leihspieler der Spvgg. Greuther Fürth ist ein Puzzleteil im neuen Zentrum der Würzburger.

Positionen variabel besetzt

Jeder Fußballer weiß, dass das „Zentrum“ das Herzstück einer Mannschaft ist, und das hat Trainer Michael Schiele nach ein paar fehlgeschlagenen „Experimenten“ nun so richtig stark gemacht: Daniel Hägele spielt jetzt neben Sebastian Schuppan in der Viererkette und nicht mehr im Mittelfeld. Davor besetzen Dave Gnaase, zu Beginn der Runde kein Startelf-Spieler, eben Patrick Sontheimer und Last-Minute-Neuzugang Simon Rhein variabel die „Sechser“-, „Achter“, und „Zehner“-Positionen.

„Simon nimmt das Spiel in die Hand, Sontheimer läuft viel an und sprintet viel“, freut sich der Coach. Auch wenn es am Ende mit dem 2:3 (90.+3) noch einmal kribbelig wurde, weist das Spiel der Kickers eine deutlich höhere Stabilität als zu Saisonbeginn auf. „Wir sind einen Tick weiter. Das ist jetzt schon deutlich besser als beispielsweise gegen Ingolstadt“, verglich Michael Schiele den Freitags-Auftritt mit dem Spiel am 2. August beim Absteiger. Die neu gewonnene Reife zeigte sich auch bei Dave Gnaase, der, erneut gelb-belastet, dieses Mal nicht rot-gefährdet ausgewechselt werden musste – so wie das in der vergangenen Saison öfter der Fall war. „Man lernt halt dazu“, sagte Gnaase mit einem breiten Grinsen.

Keine Kampfansage

Den „Großangriff“ in Richtung Spitzenplätze rief der Trainer nun freilich nicht aus. Das wäre vermessen. „Wir müssen demütig bleiben. Man sieht zwar eine gute Tendenz nach oben, aber es wird auch wieder Rückschläge geben“, sagte er. Schon am Freitag beim Absteiger 1. FC Magdeburg gilt es, die neu gewonnene Stabilität erneut zu beweisen.

Da zu alledem Frank Ronstadt (Schiele: „Er hat eine super erste Halbzeit gespielt.“) auf der Rechtsverteidiger-Position den zu Beginn der Runde dort eingesetzten Luke Hemmerich verdrängt hat, hat sich insgesamt die Situation für einige „Schwergewichte“ im Kader verändert: Eben für Hemmerich (vom Zweitligisten Aue gekommen), für Lion Schweers (laut „transfermarkt.de“ der wertvollste Spieler im Kader), für Hendrik Hansen (zu Beginn der Saison Stammspieler in der Innenverteidigung) oder auch die ambitionierten Dominik Widemann und Patrick Breitkreuz heißt es jetzt erst einmal: Hinten anstellen. „Die anderen müssen Gas geben und die, die nun spielen, müssen sich immer beweisen“, forderte Michael Schiele – bevor auch er wohl gelaunt in ein „schönes Wochenende“ schritt . . .