Kickers Würzburg

Fußball Daniel Hägele verlängert seinen Vertrag bei den Würzburger Kickers vorzeitig bis 2022 / Er will auch einmal oben mitspielen

Das Signal des Vizekapitäns in der Krise

Wer denkt, im harten Geschäft des Profifußballs entscheiden nur Berater, Manager und „geldgierige“ Spieler über neue Verträge, der irrt – zumindest im Fall Daniel Hägele. Der Co-Kapitän der Würzburger Kickers, so gab der Verein gestern bekannt, hat seinen Vertrag „am Dalle“ schon vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert. „Meine Frau hat das mit entschieden“, sagte er gestern mit smartem Grinsen. Bis 2022 wird der 30-Jährige die „roten Hosen“ tragen; eine Option im Vertrag macht auch noch eine weitere Spielzeit bei den Kickers möglich.

„Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt und freue mich, dass mir der Verein das Vertrauen geschenkt hat“, sagte der Vizekapitän. Freilich gelte es jetzt zunächst einmal, zurück in die Erfolgsspur zu kommen, doch während seiner neuen Vertragslaufzeit möchte der defensiv-Spezialist mit den Kickers auch noch einmal ein Wörtchen im Aufstiegsrennen zur 2. Bundesliga mitreden. „Ich spiele schon so lange in der dritten Liga, aber um den Aufstieg habe ich noch nicht gespielt“, sagte er. Der Verein habe ihm zumindest die Perspektive aufgezeigt.

Von „super Gesprächen“ mit Daniel Hägele berichtete Kickers-Trainer Michael Schiele. Dazu sagte er gestern über ihn: „Er ist ein top Typ und passt zum Verein. Er kann viele Positionen qualitativ gut begleiten, und mich wundert es, dass er nicht schon längst zweite Bundesliga gespielt hat.“

Der Zeitpunkt dieser überraschend frühen Vertragsverlängerung kommt natürlich nicht zufällig. Nach dem miesen Saisonstart hat der Verein ein Aha-Erlebnis benötigt, um die Stimmung zu heben. Das sah Daniel Sauer, der Vorstandsvorsitzende des FWK, so: „Gerade jetzt in dieser Situation ist der frühe Zeitpunkt der Vertragsverlängerung ein schönes Signal.“

Bisher immer gespielt

Der 30-jährige Daniel Hägele absolvierte in der vergangenen Saison 34 Drittliga-Spiele für den FWK und gewann mit den „Rothosen“ im Mai den bayerischen Verbands-Pokal. In der aktuellen Drittliga-Saison stand Hägele, der sowohl als defensiver Mittelfeldspieler als auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann, in jeder Partie über die volle Spielzeit auf dem Rasen und verpasste somit keine Minute.

Hägele wurde in Schwäbisch Gmünd geboren und lernte das Fußballspielen beim 1. FC Normania Gmünd, ehe es ihn über den TV Heuchlingen und dem SSV Ulm zum VfR Aalen zog.

Nach drei Jahren auf der Ostalb kehrte er nach Ulm zurück, wo er in jungen Jahren seine ersten Erfahrungen in der 3. Liga sammelte. Im Januar 2011 wechselte der 1,86-Meter-Mann zur SG Sonnenhof Großaspach. Dort entwickelte sich Hägele prompt zu einem echten Leistungsträger und einer Identifikationsfigur, in der Saison 2013/14 stieg er als Kapitän des „Dorfklubs“ in die 3. Liga auf. Mit der Empfehlung von insgesamt 120 Drittliga-Spielen kam der Defensivmann zur Saison 2018/2019 an den Dallenberg.

Ob dies genügt, um am Samstag, 14. September, im nächsten Drittliga-Spiel beim Aufsteiger SV Waldhof Mannheim (Anpfiff ist um 14 Uhr) zu bestehen, bleibt abzuwarten (ein ausführlicher „sportlicher“ Vorbericht folgt in unserer morgigen Ausgabe). mf/nice