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Fußball 3. Liga stößt elf Jahre nach ihrer Gründung in neue Spitzenbereiche vor / Erstmals mehr als drei Millionen Zuschauer

Das meiste Geld geht an die Spieler

Archivartikel

Die 3. Liga ist elf Jahre nach ihrer Gründung in neue Spitzenbereiche vorgestoßen. Das geht aus dem offiziellen Saisonreport 2018/2019 hervor, den der DFB veröffentlicht hat. Erstmals kamen mehr als drei Millionen Zuschauer zu den 380 Spielen in die Stadien. „Damit sind wir im weltweiten Drittliga-Vergleich an der Spitze platziert“, so DFB-Direktorin Heike Ullrich. Der Umfang der TV-Berichterstattung summierte sich auf den Höchstwert von 1390 Stunden. Mit insgesamt 185 Millionen Euro erzielten die 20 Klubs so hohe Erträge wie noch nie. Jedoch konnten lediglich sieben Vereine die abgelaufene Spielzeit mit einem Gewinn beenden. 13 Klubs schlossen die Saison mit einem negativen finanziellen Ergebnis ab.

Zum neunten Mal in elf Jahren wurde in der 3. Liga im Gesamtdurchschnitt ein Fehlbetrag ausgewiesen. In der Saison 2018/2019 betrug er 1,5 Millionen Euro pro Klub, es ist der höchste Fehlbetrag seit Einführung der 3. Liga. Andererseits wiesen erstmals mehr als die Hälfte der 20 Klubs (13) ein positives Eigenkapital aus. Gleichzeitig kletterten aber auch die Ausgaben der Vereine um 30 Prozent auf 216 Millionen Euro. Damit liegt der durchschnittliche Gesamtaufwand pro Klub erstmals bei über zehn Millionen Euro. Dabei fließt das meiste Geld der Vereine erwartungsgemäß in die Gehälter der Spieler (75 Millionen Euro). Im Vergleich zur Vorsaison sind die Ausgaben für das Personal pro Klub um rund 450 000 Euro angewachsen. Positiv: Die Investitionen in andere Fußballmannschaften der Klubs, insbesondere in den Nachwuchs, erhöhten sich um mehr als 50 Prozent. Zehn Drittligisten verfügten 2018/2019 über ein zertifiziertes Leistungszentrum.

„Das ist eine sehr gute Entwicklung“, freute sich Manuel Hartmann, Abteilungsleiter Spielbetrieb Ligen und Wettbewerbe. Anreize für die verstärkte Talentförderung würden unter anderem durch den „Nachwuchsfördertopf 3. Liga“ gesetzt, der in der vergangenen Spielzeit eingeführt wurde und 2,95 Millionen Euro (brutto) umfasst. Um der 3. Liga in Zukunft innerhalb des DFB noch mehr Gehör zu verschaffen, beschloss der Bundestag im September die Gründung eines Ausschusses. Diesem gehören zwölf Mitglieder an, darunter mit Mario Kallnik (Magdeburg), Michael Klatt (Kaiserslautern), Ronald Maul (Meppen), Daniel Sauer (Würzburg) und Christian Seiffert (Saarbrücken) auch fünf Vereins-Vertreter. Vorsitzender ist Tom Eilers: „Es war wichtig, ein eigenes Interessengremium ins Leben zu rufen“, sagte dieser.