Kickers Würzburg

Fußball Der FC Würzburger Kickers will den fünften Sieg in Folge einfahren / Kickers-Trainer Schiele: „Wir müssen da weitermachen, wo wir in Rostock aufgehört haben“

„Angeschlagene Boxer sind am gefährlichsten“

Archivartikel

Nach zwei Siegen im Toto-Pokal und dem damit verbundenen Einzug in das Achtelfinale sowie zwei „Dreiern“ in der Liga geht der FC Würzburger Kickers mit breiter Brust in das kommende Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. Anpfiff der Partie ist am Samstag um 14 Uhr in der Flyeralarm-Arena.

Dieses Aufeinandertreffen ruft einige Erinnerungen wach: Nach der Entlassung von Stephan Schmidt im Oktober 2017 übernahm dessen damaliger Co-Trainer Michael Schiele zunächst als Interimstrainer die sportliche Verantwortung. In dieser Funktion musste er gleich zwei Niederlagen einstecken. 0:2 verloren die Kickers in Karlsruhe, zu Hause gab es eine 0:5-Heimniederlage. Der Gegner damals: Wehen Wiesbaden. Die Kickers haben daher vor heimischem Publikum noch etwas gutzumachen. Das Rückspiel entschieden die „Rothosen“ in Wiesbaden mit 2:0 für sich. In dieser Partie kam bei den Hessen Patrick Breitkreuz zum Einsatz, der seit einigen Wochen in Würzburg unter Vertrag steht.

Kickers stark in der Offensive

Breitkreuz wartet bei den „Rothosen“ in der Liga noch auf seinen ersten Startelf-Einsatz. Da Orhan Ademi und Dominic Baumann gerade in den vergangenen Spielen überzeugten, weiß der 26-Jährige, dass er momentan eher als Einwechselspieler gefragt ist: „Die Jungs haben das so gut gemacht in den letzten beiden Spielen, dass ich mich da hinten anstelle und von der Bank aus helfen werde.“ Dass der Angreifer als Joker wichtig sein kann, bewies er schon am vergangenen Samstag in Rostock, als er den vierten Treffer der Kickers von Ademi vorbereitete.

Die momentane Situation im Angriff der Würzburger, die mit zehn erzielten Treffern hinter Aufsteiger 1860 München über die bislang stärkste Offensive verfügen, beurteilt Schiele wie folgt: „Baumann und Ademi harmonieren klasse. Trotzdem haben wir mit Patrick einen Spieler, der sich da vorne genauso einfügt. Er ist ein sehr spielintelligenter Spieler. Er ist sehr vielseitig, kommt schnell zum Torabschluss und ist kopfballstark.“ In einem Bereich hat er aber noch Luft nach oben: „Ihm fehlt noch ein bisschen die Fitness“, so Schiele.

Schiele vertraut seiner Startelf

Mit einem Startelfeinsatz von Daniel Hägele rechnet der Kickers-Trainer wohl erst nach der Länderspielpause. Mit Blick auf das Wehen-Spiel sagte Schiele: „Das wird noch nicht reichen.“ Für Maximilian Ahlschwede kommt ein Einsatz am Samstag noch zu früh. Nach vier Siegen in Serie vertraut Schiele aber ohnehin erst einmal seinen Stammspielern der vergangenen Partien. „Die elf Spieler haben momentan die Nase vorne“, so der 40-Jährige. Somit dürfte sich im Vergleich zur Partie in Rostock in der Startelf kaum etwas ändern.

Von der guten Stimmung im Team der Kickers sind die Akteure aus Wiesbaden derzeit ein gutes Stück entfernt. In der vergangenen Saison landete der SVWW auf dem vierten Platz und verpasste den Relegationsplatz nur um einen Zähler. Doch so gut die Hessen die vergangene Saison abschlossen, so schlecht starteten sie in die neue: Wiesbaden siegte zwar am ersten Spieltag in Aalen (2:1), in den vier Spielen danach gelang aber nur ein Unentschieden. Zudem stellt Wehen mit elf Gegentoren gemeinsam mit Rostock die schwächste Abwehr der Liga.

Doch dass der SVWW trotz zuletzt schwacher Ergebnisse in der Liga eine hohe Qualität besitzt, bewiesen die Hessen in der ersten Runde des DFB-Pokals. Gegen den Zweitligisten FC St. Pauli setzt man sich vor zwei Wochen mit 3:2 nach Verlängerung durch. Daher ist auch Schiele gewarnt: „Diese Offensive muss man erstmal bändigen.“ Und Breitkreuz ergänzt: „Angeschlagene Boxer sind am gefährlichsten.“

Nach den erfolgreichen Spielen zuletzt ist die Marschroute für Schiele aber klar: „Wir müssen da weitermachen, wo wir in Rostock aufgehört haben.“