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„Ökosünder“ aus purer Gewohnheit?

Archivartikel

Die Gurke eingewickelt in Plastik, beim Shoppen schnell mal ein Pullover für acht Euro und ein lecker duftendes Peeling aus der Drogerie einpacken – jeder kommt täglich mit diesen „Ökosünden“ in Kontakt, die durch unsere Gewohnheiten und Konsumentscheidungen der Umwelt und dem Klima schaden. Die Jugendredaktion zeigt euch ein paar ganz häufige „Sünden“, welche man sich besser abgewöhnen sollte, und wie man es besser machen kann.

Wer nicht aufpasst, kann schon beim Einkaufen einiges falsch machen. Viele Lebensmittel sind in mindestens einer Lage Plastik verpackt. Die Plastiktüte zum Verstauen loser Früchte ist nicht notwendig, wenn man eine Mehrwegtasche von zu Hause mitnimmt.

Bei der Menge, die man einkauft, sollte man sich fragen, ob man das auch alles essen wird. Laut einer Studie des Thünen-Instituts aus dem Jahr 2015 wirft jeder von uns mindestens 75 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr in den Müll. Dabei wäre rund die Hälfte dieser weggeworfenen Nahrungsmittel vermeidbar gewesen. So bedeutet beispielsweise das Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums in der Regel noch lange nicht, dass beispielsweise der Joghurt sofort in den Abfall wandern muss. Meist kann man ihn noch problemlos verzehren.

Auf billige Küchenutensilien aus Plastik sollte man lieber verzichten. In der Broschüre „Achtung Plastik!“ warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund): „Viele Chemikalien, die zur Herstellung von Kunststoffen eingesetzt werden, sind extrem giftig. Gesundheitsgefährdend an vielen Kunststoffprodukten sind vor allem die Zusatzstoffe. Da die Chemikalien im Plastik nicht fest gebunden sind, können sie mit der Zeit entweichen.“ Auch viele haushaltsübliche Reiniger sind versteckte Öko-Sünden, so das Onlinemagazin Utopia: Wenn sie beispielsweise umweltschädliches Erdöl, allergieauslösende Duftstoffe oder giftige Konservierungsstoffe enthalten.

Auch im Bad gibt es so einige Umwelt-Fallen. Mikroplastik zum Beispiel ist in vielen Peelings, Shampoos und Duschgels enthalten. Der Bund-Einkaufsratgeber vom August 2019 bemängelt, dass diese fast ungehindert in unsere Gewässer gelangen, da die Kläranlagen diese kleinsten Plastikteilchen nicht ausreichend filtern können. Sie sind aus der Natur nicht mehr zu entfernen. Feste Seifen, welche plastikfrei auskommen, reduzieren in vielen Haushalten den vielen Verpackungsmüll im Bad.

Im Kleiderschrank gibt es ebenfalls so einiges, was da nicht hin sollte. Immer häufiger gibt es T-Shirts für ein paar Euro zu kaufen. Dass diese nicht nachhaltig produziert wurden, kann eigentlich jedem klar sein. Meist verbirgt sich hinter solch einem Kleidungsstück eine Industrie, mit der Ausbeutung der Arbeiter und Umweltbelastung einhergehen (siehe weiteren Artikel).

Das war nur ein kleiner Einblick in die Ökosünden des Alltages, die jeder mit etwas Engagement abstellen kann. Versucht es doch mal. / Von Sina Herrmann