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„Manchmal stehe ich minutenlang vor der Tiefkühltruhe“

Archivartikel

Der Einstieg in ein plastikfreies Leben sieht von Person zu Person unterschiedlich aus. Bevor man an der riesen Hürde scheitert, sollte man lieber nach dem Prinzip handeln – weniger ist eben manchmal doch mehr. Von Ursula Heß

Wer nun Lust bekommen hat, sein Leben Stück für Stück zu verändern, dem seien ein paar Ratschläge auf den Weg gegeben. Wer sich gerne auf die Probe stellen will, kann sich – ganz wie ich – einer plastikfreien Challenge stellen. So kann man auch gut sehen, wo sich Plastikmüll ansammelt, sei es bei der Hygiene, Verpackungen oder im Hausmüll. Je nach Zeit, finanziellen Mitteln und Einkaufsmöglichkeiten muss man dann herausfinden, was für einen persönlich überhaupt möglich ist.

Habe ich Zugang zu unverpackten Lebensmitteln? Will ich anfangen auf dem Markt einzukaufen? Wie hoch ist mein Budget? Im Bereich Hygiene kann man vieles einfach austauschen. Plastikzahnbürste gegen Bambuszahnbürste, Zahnpasta gegen Zahnputztabletten und flüssiges Shampoo gegen festes Shampoo.

Hartnäckig bleiben

Aber auch da kann es dauern, bis man das perfekte Produkt gefunden hat. Es gilt hartnäckig zu bleiben und weiter zu suchen. Im Bereich Putzmittel kann man es erstmal mit DIY-Produkten versuchen. Allzweckreiniger lässt sich aus Wasser, Zitronensäure und Spülmittel herstellen, Toilettenreiniger aus Natron, Essig und ätherischen Ölen. Es kann sich wirklich lohnen, sich in Eigenrecherche darüber zu informieren. Wer nicht der DIY-Typ ist, kann auch nach Firmen suchen, die nachhaltige Putzmittel herstellen. Ich benutze seit geraumer Zeit Putzmittelkonzentrate, die ich mit Wasser strecke und bei Bedarf nachfüllen lasse. Zudem habe ich in nachhaltige Putzlappen investiert, die ich, wenn sie schmutzig sind, in der Waschmaschine wasche und dann wiederverwenden kann. Außerdem habe ich kleine Waschlappen aus einer ähnlichen Mikrofaser, mit denen ich mir mein Make-Up entferne. Die Tage der Wattepads sind bei mir gezählt.

Schwierigkeiten meistern

Für mich sind plastikfreie Hygieneartikel und ein plastikfreier Haushalt kein so großes Thema mehr. Ich benutze Produkte, die für mich persönlich funktionieren.

Bei Nahrungsmitteln habe ich aber noch Schwierigkeiten. Manchmal stehe ich minutenlang vor der Tiefkühltruhe und wäge zwischen dem günstigeren Produkt in Plastik oder dem teureren in Pappe ab.

Manchmal siegt die Faulheit

Nicht immer gewinnt der nachhaltige Gedanke. Und manchmal siegt auch die Faulheit. Wenn ich beispielsweise keine Lust habe, Kidneybohnen einzuweichen, greife ich zu Konservendosen.

Inzwischen habe ich gelernt, mir solche Entscheidungen nicht zu lange nachzutragen. Am wichtigsten finde ich, dass immer mehr Menschen dieses Bewusstsein für Nachhaltigkeit entdecken.