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Erinnerungen sind ihr Job

Da ein Knipser, hier noch einer und vielleicht einen letzten. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Klar, mit dem stets griffbereiten Handy ist da gern mal ein Foto zu viel gemacht, wer kennt das heutzutage nicht? Immerhin möchte man die schönen Erinnerungen auch wirklich festhalten, damit man sie auch ja nicht vergisst. Egal, ob es die ersten Jahre im Kindergarten sind, der Abschlussball, die Hochzeit oder einfach nur Alltagsbegebenheiten: Bilder sind immer eine Reise in die Vergangenheit.

Einfach schnell ein Foto machen ist auch dank der Smartphones mittlerweile ziemlich einfach. Aber ein richtig gutes, gelungenes Foto zu machen, dafür braucht es eine sehr gute Ausstattung und vor allem das richtige Know-how. Und dafür stehen Fotografen wie zum Beispiel Leonie Bach: eine junge, kreative Fotografin, die ich über ihren Beruf und ihr Hobby interviewen durfte.

Beruf war schnell klar

Bereits als sie ein kleines Kind war und ihre Eltern sie fotografieren wollten, stellte sich schnell heraus, wer die Kamera in der Hand hielt. Von klein auf ist das Fotografieren ihre große Leidenschaft, dafür musste auch der Speicherplatz auf ihrem Computer früh einiges aushalten, da er hauptsächlich nur mit Bildern belegt war. Vor ihrer Ausbildung zur Fotografin probte sie mit ihren Freundinnen, ihrer Schwester, aber auch mit sich selbst.

Dabei stand für sie schon früh fest, ihr geliebtes Hobby zum Beruf zu machen. Zwar hatte sie anfangs auch Interesse am Beruf Mediengestalterin, doch im Nachhinein ist sie sehr glücklich über ihre Wahl zur Fotografin.

Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil in ihrem Beruf, wie Bach zu Beginn ihrer Ausbildung schnell feststellen musste. Anfangs lag ihr das Auseinandersetzen mit den Kunden nicht so sehr, aber das änderte sich schnell. Als Fotografin hat sie feste Arbeitszeiten, der Samstag ist dabei ein ganz normaler Arbeitstag für sie. Dafür hat sie unter der Woche einen Tag frei.

Neben Passbildern oder Familienbildern, die sie hauptsächlich im Fotostudio macht, ist sie auch viel unterwegs, wie auf Hochzeiten oder in Kindergärten, wobei sie viel Freude hat, die Kinder für die Fotos zu bespaßen. Dabei bringt sie nicht nur die Kleinen mit lustigen Witzen zum Lachen, sondern auch sich selbst – denn Lachen ist ja bekanntlich ansteckend. Viel Zeit hat sie aber nicht, damit nicht nur die Einzel-, sondern auch die Gruppenfotos zeitlich in den Rahmen passen. Täglich hauptsächlich Menschen zu fotografieren hat sie dazu animiert, in ihrer Freizeit zur Landschaftsfotografie überzugehen. Da trifft es sich ganz gut, dass sie mit ihrem naturbegeisterten Freund draußen viel unterwegs ist. Es kommt dabei oft mal vor, dass schnell ein kurzer Stopp eingelegt werden muss, um einen Sonnenaufgang oder ein anderes Naturschauspiel festzuhalten.

Jeder Fotograf hat also seine Spezialgebiete: Ist es bei ihr im Beruf die Porträtfotografie, liebt sie es, sich in ihrer Freizeit der Landschaft zu widmen. Doch es gibt auch Bereiche, die sie nicht so gerne macht, oder besser gesagt, in denen sie noch nicht so viele Erfahrungen gesammelt hat. Dazu gehören Bilder von Produkten oder Architektur. Es muss einem Spaß machen und auch liegen, wie Bach erklärt, doch wenn man es öfter macht und in diese Art von Fotografieren reinkommt, dann macht es einem auch viel Freude. In Wettbewerben hat sie als Fotografin oft die Nase vorn und findet sich häufig auf den ersten drei Plätzen wieder. Zuletzt hat sie unter dem Motto „Der Handwerker von heute“ ihren Freund beim Um- und Ausbauen ihres Sprinters fotografiert und damit den ersten Platz abgeräumt.

Verglichen mit den Anfängen der Fotografie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges verändert. Nicht nur, dass heutzutage jeder gefühlt tausende Bilder „einfach mal schnell“ macht und damit irgendwo auch der damalige Wert verloren geht: Es ist auch die Technik, die sich stark entwickelt und automatisiert hat. Früher war das Fotografieren noch um einiges aufwendiger, wie Bachs Chefin und Ausbilderin Judith Menth schildert.

In der analogen Zeit mussten beispielsweise die Bilder auf dem Film erst in einer Dunkelkammer aufwendig entwickelt werden, damit kein Licht draufkam. Erst mit dem Negativbild wurden dann die Bilder vervielfältigt. Das Fotografieren war also um einiges anstrengender, so Menth. Sie erinnert sich, dass man zu Zeiten ihres Großvaters, der auch Fotograf war, Glasplatten erst mit empfindlichen Emulsionen bestrichen hat und diese in die damals sehr große (30 auf 30 Zentimeter) Kamera eingelegt hat.

Aufgrund des einströmenden Lichtes haben sich diese dann erst entwickelt. Die Bilder mussten dann immer wieder gewässert und in einem Bad fixiert werden, damit sich die Emulsionen weiterentwickelten, bis sie letztendlich in einer Essigsäure gestockt und in einem Laugenbad fixiert wurden, damit sich die Säure wieder neutralisierte. Aber auch ein weiteres Bad danach war wichtig, um die ganzen Chemikalien wieder „auszuwaschen“.

Größere Kapazitäten

Dass zu früheren Zeiten die Speicherkapazität eines Fotoapparates noch lange nicht so groß war heute, ist natürlich auch zu nennen. Eine Filmgröße von zehn Aufnahmen musste ausreichen. Man hatte sich zudem auf seinen Belichtungsmesser verlassen müssen, wobei aber auch wieder die Technik, wie man fotografierte, sehr wichtig war.

Auch der Umstieg von der analogen zur digitalen Fotografie war für Judith Menth eine große Umstellung, berichtet sie. Das Bearbeiten der Bilder am PC musste erst gelernt sein. Trotz der heutigen Zeit, in der eine Handykamera schon fast mit professionellen Kameras mithalten kann, kommt es immer noch auf die Qualität des Bildes und nicht auf die der Kamera an.

Kreativität ist gefragt

Daher sind gute und kreative Fotografen weiterhin gefragt. Wie sich die Zukunft dieses Berufes aber entwickeln wird, ist ungewiss. Man muss dranbleiben, sich inspirierende Angebote einfallen lassen und wahrscheinlich wird sich das Berufsbild verändern, so dass auch bewegte Aufnahmen eine wichtige Rolle spielen werden.