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„Abends haben viele Heimweh“

Archivartikel

Schon seit 24 Jahren veranstaltet der Sportverein Elpersheim ein Kinder- und Jugendferienzeltlager im Odenwald.

Mitmachen können dabei junge Leute im Alter zwischen sieben und 16 Jahren. Sie müssen nicht aus Elpersheim kommen.

In diesem Jahr haben sich 65 Teilnehmer angemeldet. Für sie alle bedeutet das Jugendferienzeltlager eine Woche lang Spiel, Spaß und Abenteuer.

Doch wie sieht es auf der anderen Seite aus, also auf der der Betreuer? Wie viel Organisation steckt hinter einem Zeltlager? Und welche Herausforderungen kommen auf einen dabei zu?

Um das herauszufinden, hat unsere Zeitung mit Frau B. (der volle Name ist der Redaktion bekannt) gesprochen. Frau B. ist nun bereits zum elften Mal Teil des Betreuerteams.

Fast 70 Kinder unter einen Hut zu bekommen ist ja schon eine Aufgabe. Wie lange vorher fängt man mit der Planung an?

B.: Bereits im März treffen sich die Betreuer das erste Mal. So wird langsam das diesjährige Betreuerteam gegründet. Es gibt zwar einen „Grundstamm“, doch eigentlich verändert sich das Team jedes Jahr ein bisschen. Alte Betreuer gehen, neue kommen dazu. Der eine bringt seinen Arbeitskollegen mit, die andere ihre kleine Schwester. So ergibt sich eine bunt gemischte Gruppe, in der jedes Alter vertreten ist. Das Team trifft sich dann bis zum Tag der Abreise fünf bis sechs Mal.

Das heißt, man muss als Betreuer also auf jeden Fall bereit sein, einen Teil seiner Freizeit zu investieren?

B.: Ja. Aber wir machen das alle gerne, sonst wären wir ja nicht dabei. Natürlich muss man sich für das Zeltlager eine Woche Urlaub nehmen. Doch damit ist es bei weitem nicht getan. Einige Abende oder Sonntagnachmittage werden damit verbracht, nach Spielen zu recherchieren, sich Bastelideen zu überlegen oder eine Schnitzeljagd zu planen.

Dass bei einem Zeltlager nicht alles glatt läuft, ist natürlich klar. Was sind denn die größten Herausforderungen?

B.: Betreuer zu sein, bedeutet Verantwortung für die Kinder und Jugendliche zu haben. Und das eigentlich 24/7. Die Älteren kommen abends und nachts ganz gut alleine klar, doch gerade bei unseren Jüngsten macht sich abends schnell das Heimweh bemerkbar. Da muss man dann einfach Mama-Ersatz spielen. Das macht sich dann natürlich schnell in einem Schlafdefizit bemerkbar. Doch ausschlafen am nächsten Tag ist nicht, denn spätestens um sieben wird aufgestanden und das Frühstück und das Programm für die Kinder vorbereitet. Auch während des gesamten Tages ist es schwierig, mal durchzuschnaufen, denn irgendwas ist eigentlich immer. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass wir das alle gerne machen. Strahlende Kinderaugen machen das natürlich alles wieder wett.

In elf Jahren haben Sie bestimmt schon einiges erlebt. Was war denn bis jetzt das schönste Erlebnis?

B.: Natürlich ist jedes Zeltlager anders und etwas besonderes, mir persönlich gefallen die „Stadtspiele“ besonders und natürlich der Tag im Freibad. Mein Highlight war aber das 20-Jahr-Jubiläum. Jedes Kind durfte einen Buchstaben gestalten und dann in die Luft halten. So ist dann ein schönes Bild entstanden, mit dem wir dem Leiter gedankt haben, der das Zeltlager ins Leben gerufen hat und seit dem ersten Mal dabei ist. Außerdem ist das Schönste für mich, wenn am Tag der Abreise alle Kinder – und Betreuer – glücklich sind und gesund nach Hause kommen.