Igersheim

Leserbrief Zu „Fichte, Buche und Esche ohne große Zukunft“ (FN 15. Oktober)

„Sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen“

Der Wald ist schon seit langer Zeit im Visier der mächtigen Maschinen. Ich bin es inzwischen gewohnt, durch ausgedünnte Wälder zu laufen, aber nun droht dem Wald das völlige Aus. In Zukunft wird man mit Hubschraubern durch unsere Wälder fliegen können! Aber nein, so schlimm ist es wirklich nicht!

Nein? Folgendes soll geschehen: 1. Die Fichten müssen weg. Ja sie passen hier nicht her, sind krank und werden die Dürreperioden kaum überstehen. Doch fragt sich der gute Beobachter: Warum werden wieder Fichten gepflanzt? Das hat nur einen Sinn: Schnelleres Wachstum und dadurch mehr Geld.

Sind wir so blöd und sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen? Wir leben von dem Wald, er ist für uns der notwendige Erholungsraum und die grüne Lunge. Nicht zu vergessen sind auch die vielen Tiere, deren Lebensraum bedroht ist. Doch das ist nicht alles. 2. Die Eichen müssen weg. In Harthausen werden alte dicke Eichen gefällt. Die Begründung lautet, dass die kleinen Eichen nachwachsen können. Doch ich weiß, Eichen brauchen den Schatten ihrer Eltern, um zu gedeihen. Der nächste Sommer ist für die kleinen Eichenbäume der Tod. Zudem sinkt durch Rodung alter Bäume der Grundwasserspiegel, von welchem die jungen Bäume ihren Saft ziehen. Es stellt sich auch die Frage, warum sichtbar gesunde Laubbäume gefällt werden?

3. Die restlichen Laubbäume müssen weg. Durch diese Rodung wird der Wald sich nicht erholen können und sterben, und das ist der Entscheidung von Gemeinde und Forstwirtschaft zu verdanken. Um diese Arbeiten zu erledigen, werden Arbeiter aus dem Ostblock bestellt, die nicht nach dem Wald fragen, sondern nach der Menge der Festmeter Holz, die rausgeschlagen werden. Man fragt sich unwillkürlich, wird man aus Berufung Förster und Waldarbeiter oder wegen dem Ruf des Geldes?

Spenden wir für den Amazonas, um unseren Wald zu roden? Regen wir uns über Brasiliens Machthaber auf, um die Missstände hier nicht anzuprangern? Auch dem Gemeinderat sei hier gesagt, dass er in der Pflicht ist, diese Entscheidungen zu revidieren. Diesmal geht es um unser Klima vor der Haustür, welches wir mutwillig zerstören.