Igersheim

Fröhlicher Weinberg in der Leite Verein „Igerswein“ liest erstmals den Weinberg an der „Leite“ / Muscaris mit 115 Oechslegraden

Lese von Muscaris-Trauben bringt rund 400 Liter Weißwein

Archivartikel

Igersheim.Der Verein „Igerswein“ feiert Premiere: erstmals wird vom Weinberg in der Leite Wein gekeltert. Jetzt wurden rund 600 Kilo Muscaris-Trauben gelesen, der Regent folgt noch in dieser Woche.

Oben, gleich neben dem Baugebiet Kirchberg, in der Leite, wurde vor wenigen Jahren vom Verein Igerswein eine Parzelle bestockt. Erstmals gelesen wurde im vergangenen Jahr, doch heuer steht Großes an: Die 2019er Trauben werden bei den Weingärtnern Markelsheim gekeltert und ausgebaut. Es wird also im kommenden Jahr Rot- und Weißwein geben – in Flaschen abgefüllten Igerswein. Premierenwein, sozusagen.

Allseits gute Stimmung

Allseits herrscht gute Stimmung. Mit viel Mühe haben die Vereinsmitglieder ihren Weinberg bearbeitet und gepflegt, nun ist Premiere: Erstmals wird aus den Trauben Wein gekeltert, und die Muscaris-Zeilen machen den Anfang. Die Premiere hatte eine Vor-Premiere, denn bereits Anfang September wurden drei Zeilen Regent gelesen – Bürgermeister Frank Menikheim und 35 Kinder hatten ihren Spaß dabei. Lohn der Mühe: Federweißer, genauer gesagt Federroter.

Der kommt am Freitag zur Verkostung, nachdem die Muscaris-Trauben gelesen sind. Dazu noch ein paar Tafeltrauben; davon wurden nämlich auch drei Zeilen angelegt. Zwei große Bottiche, um die Trauben aufzunehmen und hinterher nach Markelsheim zu bringen, hat Hermann Michel bei den Weingärtnern geholt.

Ankunft heiß ersehnt

Seine Ankunft wird schon heiß ersehnt, sind doch die Helfer derweil nicht untätig geblieben und haben bereits erste Eimer mit den reifen Trauben gefüllt. Michel steigt, kaum angekommen, auf den Anhänger und greift nach den ersten Eimern, um sie in einen der zwei grauen Behälter zu leeren.

25 Helfer sind derweil mit Eifer dabei, die Trauben von den Rebstöcken zu schneiden. Ralf Heinkelmann, der Weinfachmann im Verein, ist der Buttenträger. Und er muss fleißig laufen, denn die Eimer sind schnell voll. Beste Laune herrscht, und die Lese geht schnell voran. Was den Verein auszeichnet: Es ist eine bunte Gemeinschaft, junge und ältere Erwachsene sind hier aktiv. Auch die Kinder sind mit dabei und haben viel Freude.

„Hochzufrieden“

Heinkelmann ist „hochzufrieden“, denn er kann im Refraktometer sehen, was die vielen Arbeitseinsätze gebracht haben: 115 Oechslegrade zeigt das Gerät an. Kaum eine Stunde brauchen die Helfer, schon ist die Lese beendet. „Mehr als 600 Kilo“, sagt Heinkelmann zufrieden, „das gibt rund 400 Liter Wein“. Zwar habe der Frost im Mai „etwas Menge gekostet“, doch könne man stolz sein: Der 2019er ist seit Jahrzehnten erste offizielle Igersheimer Wein.

Inoffiziell gibt es ihn schon seit knapp 25 Jahren: die Schwarzriesling-Reben stehen im Garten eines Handwerksmeisters. „Es reicht ein paar Flaschen“, sagt der Hobby-Winzer. Neben dem Weißwein aus den Muscaris-Trauben freut sich der Verein auch auf den ersten Rotwein; die Regent-Trauben werden noch in dieser Woche gelesen. Bis dahin sollten Spaziergänger „keine roten Trauben zupfen“, bittet Tim Schneyder vom Igerswein-Vorstand. Und fügt hinzu: „Wer ein paar Beeren probieren mag, kann sie sich bei den Tafeltrauben holen“. Die stehen, von oben betrachtet, ganz rechts, neben den jetzt gelesenen Muscaris-Reben.

„Der Verein funktioniert“

Wie es zu einer richtigen Lese gehört, gibt es nach getaner Arbeit auch ein Vesper. Bratwürste mit Brötchen, Weißbrot mit Käse sowie Flachswickele, ein typisch hohenlohisches Gebäck, stärken die Helfer. Dazu gibt es den Federroten, und für die Kinder steht natürlich Alkoholfreies zur Verfügung.

„Der Verein funktioniert, wir sind eine echte Gemeinschaft“, freut sich auch der Bürgermeister. Mitmacher sind jederzeit willkommen, denn Arbeit gibt’s genug, gleich neben den Regent-Zeilen wurden weitere 20 Ar Weinberg angelegt.