Igersheim

Gastronomiebetrieb auf dem Möhlerplatz Igersheimer Gemeinderat bringt das Projekt auf den Weg / Finanzielle Förderung von 51 Prozent in Aussicht gestellt / Christiane Seidl: „Noch zu unausgegoren“

Investitionssumme bei rund vier Millionen Euro

Archivartikel

Bei je einer Gegenstimme und Enthaltung beschloss der Igersheimer Gemeinderat mit großer Mehrheit die Einreichung des Bauantrags für den geplanten Gastronomiebetrieb am Möhlerplatz.

Igersheim. Dies sei eine Maßnahme zur Belebung und Attraktivitätssteigerung des Innenorts, betonte Bürgermeister Frank Menikheim in der donnerstäglichen Sitzung des Gremiums im Rathaus in seinem Sachvortrag. Inzwischen sei die Planung fertiggestellt, die weiteren Prüfungen zu Finanzierung, Förderung und steuerlichen Fragen hätten positive Resultate hervorgebracht, so dass neben der bereits vom Gemeinderat beschlossenen Betreibersuche parallel das Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden könne. „Ziel ist ein Baubeginn im Frühjahr 2020“, so der Schultes.

Planungen erläutert

Architekt Jochen Elsner erläuterte den Räten die Planungen für den vorgesehenen Gastronomiebetrieb. Demzufolge würden die beiden Gebäude Möhlerplatz 2 und Kirchgasse 2 zu einem zusammengeführt, „wobei ein Teil der Substanz erhalten werden soll“, da in solch einem Fall eine erhöhte Förderung von Bund und Land winke.

Im Erdgeschoss seien ein Hauptraum mit 66 Plätzen sowie ein Nebenraum für Veranstaltungen mit gut 40 Plätzen geplant, dazu in der warmen Jahreszeit eine Außenbewirtung mit bis zu 80 Plätzen. Im ersten Obergeschoss sollen neun Gästezimmer (nicht in klassischer Hotelstruktur) geschaffen werden und im zweiten Stock wären weitere sechs Gästezimmer möglich – wenn eine Betreiberwohnung gewünscht werde, dann entsprechend weniger. Das Gebäude sei komplett barrierefrei, die oberen Etagen über ein Treppenhaus sowie einen Aufzug zu erreichen. Ein Großteil der Zimmer könne auch, so Jochen Elsner weiter, mit dem Rollstuhl oder Rollator gut genutzt werden.

Blick zur Kostenschätzung

Insgesamt hätten, laut Architekt, die Kostenschätzung ein Finanzvolumen von rund 3,9 Millionen Euro für das Projekt ergeben. Von verschiedener Seite seien insgesamt 51 Prozent an Förderung in Aussicht gestellt worden, so dass sich der Eigenanteil der Gemeinde auf etwa 1,9 Millionen Euro belaufen dürfte.

Georg Schumann und Peter Kohlschreiber sprachen von einer „sehr guten Planung“. Letzterer lobte, dass Teile des Gebäudes erhalten blieben. „Ich finde es sehr positiv, dass Igersheim wieder eine gut bürgerliche Gaststätte erhalten soll“, meinte Wolfgang Stockert, allerdings müsse man den hohen Eigenanteil ansprechen. Michael Pfleger sprach sich deutlich für die Investition im Zentrum der Kommune aus. Zum Thema Sperrzeiten meinte Bürgermeister Frank Menikheim, dass dies noch deutlich zur Sprache kommen werde. Die Anwohner seien willkommen, das direkte Gespräch mit der Verwaltung zu suchen.

Für eine Kommune sei es „keine originäre Aufgabe, ein Gasthaus am Möhlerplatz zu bauen“, warf Christiane Seidl ein. Ihr sei das Projekt derzeit „noch zu unausgegoren“, da augenblicklich nicht feststünde, mit welchen Folgekosten zu rechnen sei. „Wir haben zudem andere Probleme.“ Er habe etwas Bauchweh, meinte auch Gemeinderatsmitglied Karl Limbrunner. Ihm gehe es auch um die Kosten und ihn würde deshalb vor allem interessieren, was „letztlich eventuell an der Gemeinde hängen bleibt“.

Für mehr Leben auf Möhlerplatz

„Wir sollten das angehen“, plädierte Georg Schumann für die Maßnahme. Schließlich sei es das Bestreben, für mehr Leben auf dem Möhlerplatz zu sorgen – und diesbezüglich sei dies ein erster Schritt. Die Gemeinde gehe in Vorleistung und „sicherlich sind Risikofaktoren dabei“, so das Gremiumsmitglied weiter. Doch es habe nichts gefruchtet, zunächst auf Pächtersuche zu gehen.

Schlussendlich war das Votum des Bürgerparlaments eindeutig, das Projekt auf den Weg zu bringen.