Igersheim

Diamantene Hochzeit Herbert und Martha Faust aus Igersheim sind seit 60 Jahren verheiratet

Der zielstrebige Bademeister ließ nicht locker

Archivartikel

Igersheim.Das Ehepaar Herbert und Martha Faust, geborene Alt, konnte am 22. August das seltene Ehejubiläum der Diamantenen Hochzeit feiern. Und das bei erstaunlicher körperlicher und geistiger Frische.

Die besten Glückwünsche plus Urkunde seitens der Gemeinde Igersheim und des Landes Baden-Württemberg überbrachte Bürgermeister-Stellvertreter Josef Gabel.

Herbert Faust stammt aus dem fränkischen Weinort Thüngersheim, nördlich von Veitshöchheim, Martha Faust wurde im östlich von Ochsenfurt gelegenen Städtchen Marktbreit geboren.

Und wie so oft im Leben, spielte auch hier der Beruf bzw. die Freizeit den Ehevermittler. Denn man begegnete sich zum ersten Mal im Schimmbad von Thüngersheim, dem Arbeitsplatz von Schwimmmeister Herbert Faust. Dorthin machte am 17. Juni 1957 Martha Alt mit einer Freundin eine Radtour, um im Thüngersheimer Schwimmbad sommerliche Badefreuden zu genießen.

Da am frühen Morgen noch keine anderen Badegäste im Schwimmbad waren, hatte der Bademeister Gelegenheit, sich mit den beiden hübschen Marktbreiterinnen zu unterhalten. Und wenn es tagsüber die Zeit zuließ, machte man auch weiter ein Schwätzchen miteinander. Schmunzelnd meint Martha Faust: „Als ich mich mit meiner Freundin damals auf den Heimweg machte, tippte mir der junge Bademeister auf die Schulter und flüsterte mir ins Ohr ,Du wirst meine Frau’. Ich dachte bei mir ,so ein Spinner’, der wird das schon vielen weiblichen Badegästen gesagt haben.“

Doch da hatte die flotte Martha die Rechnung ohne den zielstrebigen Bademeister gemacht. Der ließ nicht locker, und schon ein starkes Jahr später, am 22. August 1958, führte Herbert (damals 22 Jahre alt) seine Martha (20) in der Thüngersheimer Pfarrkirche zum Traualtar. Fortan führte das junge Ehepaar 15 Jahre lang gemeinsam das Freibad in Thüngersheim.

Auch der Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten, nacheinander erblickten die Kinder Carlo, Marion, Angela und Gerald das Licht der Welt. Im Bestreben sich beruflich weiter zu entwickeln, bewarb sich der staatlich geprüfte Schwimmmeister auf eine Stellenausschreibung hin im Solymar Bad Mergentheim. Die Bewerbung hatte Erfolg, so dass Herbert Faust ab dem 1. Februar 1976 bis zur Rente (2000) als stellvetretender Betriebsleiter im Bad Mergentheimer Hallen-Badepark tätig war, was natürlich mit einem Umzug ins Taubertal verbunden war.

Nach einer kurzen Übergangszeit in Bad Mergentheim baute man sich ein schmuckes Eigenheim in Igersheim, das nun zur neuen Heimat der Familie Faust wurde. Während Herbert seiner Arbeit im Solymar nachging, betätigte sich Martha als Werbedame.

Längst fühlen sich beiden Franken als echte Igerschmer; und sind allenfalls an ihrem sympathischen Dialekt als „Zugreiste“ zu erkennen. Seit einigen Jahren genießen die Fausts auch ihren wohlverdienten Ruhestand. Etwas verschmitzt mein Herbert Faust: „Als Rentner pflege ich nun nicht mehr die Bikinis, sondern meine Rosen“. Denn er ist zwischenzeitlich überall bekannt als der Herr von über 500 Rosenstöcken aus über 100 Rosenarten. Sein zweites tolles Hobby ist das Wetter. Seit über 25 Jahren ist er täglich mit seinem Dackel „Bella“ zur Beobachtung des Wetters unterwegs, um danach minuziös die Daten aufzuzeichnen. Man mag es ihm gerne glauben wenn er sagt „meine Aufzeichnungen sind oft genauer als der hundertjährige Kalender und manchmal präziser als die Vorhersagen im Fernsehen“. Gattin Martha unterstützt ihren Herbert bei seinen Hobbys, die ihm schon einen enormen Bekanntheitsgrad in der Region eingebracht haben.

Zu den Gratulanten zum seltenen Ehejubiläum zählen neben den sechs Enkeln und vier Urenkeln auch der extra aus Texas angereiste neunköpfige Besuch aus Texas um Tochter Angela.

Den allgemeinen Glückwünschen zum runden Ehejubiläum, verbunden mit dem Wunsch, dem Ehepaar möge ihre Gesundheit und ihre geistige Frische noch lange erhalten bleiben, schließen sich gerne auch die Fränkischen Nachrichten an.