Igersheim

Wittenstein Fotokünstler Michael Najjar führt durch Ausstellung

Akribisch und äußerst vielfältig

Archivartikel

Igersheim.50 Jahre nachdem mit Neil Armstrong der erste Mensch einen Fuß auf den Mond gesetzt hat, erobert der deutsche Fotokünstler Michael Najjar das Weltall. Seine Bilder bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Forschung und Kunst; realistische Elemente verknüpfen sich mit virtuellen Welten.

Nach der Vernissage im Oktober in der Wittenstein Innovationsfabrik in Igersheim-Harthausen bietet der Künstler nun am Donnerstag, 5. Dezember, 19 Uhr, der interessierten Öffentlichkeit eine Führung an. Eine Anmeldung vorab ist nötig, telefonisch unter 07931 / 493 - 10642 oder per Email unter veranstaltung@wittenstein.de. Der Eintritt ist frei.

Ganz bewusst hat sich Najjar für seine neue Einzelausstellung mit der Innovationsfabrik einen Ort ausgesucht, an dem sein künstlerischer Topos – nämlich technische Innovationen und ihre Auswirkungen auf die Zukunft der Menschheit – beheimatet ist. Michael Najjar gehört zu einer künstlerischen Avantgarde, die sich auf komplexe und kritische Weise mit den technologischen Entwicklungen auseinandersetzt, die das frühe 21. Jahrhundert bestimmen und drastisch verändern. Er ist immer wieder in den abgelegensten Regionen der Welt unterwegs auf der Suche nach neuen Inspirationen. In Trainingslagern und Raumfahrtprogrammen bereitet er sich akribisch auf den ersten Flug eines Künstlers ins Weltall, um als einer der „Virgin Galactic Pionieer Astronauts“ sein Kameraobjektiv aus der Weltraumrakete „SpaceshipTwo“ heraus auf das „Raumschiff Erde“ richten zu können.

Die Ausstellung kreist speziell um den technologischen Fortschritt in der Weltraumfahrt, der unsere Zukunft womöglich entscheidend verändern wird. Die vom Künstler selbst kuratierte Ausstellung umfasst 20 großformatige Fotoarbeiten und eine Videoinstallation.

Suchen nach fremdem Leben

Die Herangehensweise Najjars ist so akribisch wie vielfältig: So fotografierte er beispielsweise auf dem ersten privaten Weltraumbahnhof Spaceport America in der neu-mexikanischen Wüste und an Europas Weltraumbahnhof bei Kourou in Französisch-Guayana. In China hatte er das Privileg, das größte astronomische Radioteleskop der Welt mit einem unglaublichen Durchmesser von 500 Meter zu erfassen; das Instrument zur Suche fremden Lebens ist normalerweise für Fotografen nicht zugänglich. In einem anderen Werk visualisierte er den Weltraumschrott, der die Erde umkreist, auf beängstigend ästhetische Weise.