Hohenlohe-Franken

Feuerwehren Drei Abteilungen um Rot am See mit neuem Organisationskonzept / „Bewundernswerter Weitblick“

Zukunftsweisende Entscheidung jetzt umgesetzt

Rot am See.Drei Feuerwehr-Abteilungen in der Landwehr lösen sich auf und bilden künftig eine gemeinsame Löschtruppe. Damit ist ein kommunales Konzept aus dem Jahr 2006 komplett umgesetzt.

Wenn Kommunalpolitiker über eine neue Struktur für ihre Feuerwehr nachdenken, fassen sie in aller Regel ein heißes Eisen an: Emotionale Befindlichkeiten und organisatorische Bedenken sind bei einem solchen Vorhaben im Spiel.

Umso erstaunlicher ist es, dass drei Abteilungen der Feuerwehr Rot am See aus ihren Reihen heraus die Auflösung vorschlugen und damit den Weg freimachten für einen Umbau der Löschtruppe. Künftig firmieren die Floriansjünger aus Brettheim, Hausen am Bach und Reubach als Abteilung Ost, das neue Magazin in Brettheim ist ihr gemeinsames Domizil. Gesamtkommandant Alfred Fetzer sprach von einem „historischen Moment“.

Mit der Fusion dieser drei Abteilungen aus der Landwehr, die am Freitag bei einer Versammlung in der Horst-Schankliss-Halle in Hausen am Bach besiegelt wurde, ist auch das Konzept der Gemeinde Rot am See für eine Neuorganisation der Feuerwehr vollständig umgesetzt, über die erstmals im Jahr 2006 im Kommunalparlament gesprochen wurde. Erster Schritt war 2013 der Neubau eines Feuerwehrmagazins (Feuerwache West) in Rot am See und im Jahr 2016 die Verschmelzung der Abteilung Beimbach mit der Abteilung Rot am See, die von Harald Schöberl geführt wird. Im gleichen Jahr folgte in Brettheim die neu erbaute Feuerwache Ost. Mit Spritzenhäusern allein ist es freilich nicht getan: Zum Konzept zählte auch die Beschaffung von drei Feuerwehrfahrzeugen, ein viertes wird demnächst bestellt. Insgesamt investierte die Gemeinde Rot am See rund vier Millionen Euro in die Sicherheit.

Kommandant Alfred Fetzer bescheinigte seinen Kameraden aus der Landwehr einen „bewundernswerten Weitblick“. Mit der Fusion entstehe eine „starke Einsatzabteilung“ mit rund 60 Feuerwehrleuten, die „auch von den Fahrzeugen her ideal auf ihre Aufgaben vorbereitet sind“. Bürgermeister Siegfried Gröner zog ebenfalls seinen Hut vor der zukunftsweisenden Entscheidung innerhalb der Feuerwehr, die eine gute Einsatzbereitschaft sicherstelle: „Es gab viele Debatten über das Konzept, die aber stets sachlich und fair geführt wurden.“

Die nächste Zäsur bei der Feuerwehr Rot am See steht bereits an: Nach 20 Jahren im Amt wird Gesamtkommandant Alfred Fetzer bei der Hauptversammlung der Wehr am 5. März nicht mehr für diesen Posten kandidieren. Ein potenzieller Nachfolger ist bereits gefunden. haz