Hohenlohe-Franken

1200 Jahre Giebelstadt 2020 feiert die unterfränkische Marktgemeinde ein rundes Jubiläum / Statt Florian-Geyer-Festspiele diesmal ein „liederträchtiges Historical“

„Zobels Zoff“ bietet Action und Komik

Florian-Geyer-Spiele einmal anders: Die 1200-Jahr-Feier Giebelstadts im kommenden Jahr macht es möglich. Gezeigt wird diesmal ein „liederträchtiges Historical“ aus der Feder von Renier Baaken.

Giebelstadt. Die Spiele auf der Freilichtbühne vor der Ruine des Geyerschlosses in Giebelstadt erinnerten bisher an Florian Geyer, den fränkischen Reichsritter und Führer eines Heeres im Bauernkrieg 1525. Im letzten Jahr wurden sie zum 40. Mal in ununterbrochener Folge vor dessen einstiger Burg aufgeführt. Und das mit sehr viel Erfolg, hatte doch Regisseur Renier Baaken, um der Inszenierung Wirkung zu verleihen, atemberaubende Kampfszenen, Explosionen und Rösser, die im Galopp über die breite Bühne stieben, eingebaut, um die Zuschauer zu fesseln.

Doch im nächsten Jahr kommt es zum Bruch mit der Tradition. Für das Gemeindejubiläum, dessen Vorbereitungen auf vollen Touren laufen, hat sich Renier Baaken ein neues Stück ausgedacht: „Zobels Zoff“.

Nachdem bereits die ersten Proben gelaufen sind, hat er uns so viel verraten, dass es um „sehr viel Klamauk und Musik“ geht. Wichtig sei für ihn gewesen, dass etwas „Leichtes“ mit „lustigen Liedern“ entsteht, kein Musical, sondern eher im guten alten Operettenstil.

Bewusst habe er auf eine Verbindung zu Florian Geyer verzichtet, lediglich die zu Giebelstadt bleibt erhalten. Man könnte es eine Boulevardkomödie, die im Mittelalter spielt, nennen, seines Wissen die erste überhaupt, so Baaken stolz.

Bisher standen rund 100 Mitwirkende auf der Bühne. Bei „Zobels Zoff“, einem völlig anderen Stück, einem „liederträchtigen Historical“ mit turbulenter Action, vielen Songs und jeder Menge Augenzwinkern mit der Musik von Rudolf Peters und Kai Liekenbröcker, werden es 60 Personen sein.

Giebelstadt befindet sich im Mittelalter. Ansgar von Geyerswörth ist arm, aber glücklich mit seiner Elsbeth. Die will allerdings mit ihm nicht nur ins Heu, sondern vorher unbedingt geehelicht werden. Unnötig, findet er, und das wird sich rächen. Der stinkreiche Zobel von nebenan ist nämlich schwer beeindruckt von Elsbeth und lässt sie zwangsweise in sein Gemäuer transportieren. Aber seine altjüngferliche Schwester fühlt sich dadurch ausgegrenzt. Das Resultat: die Möbel fliegen von der Burgmauer. Elsbeth dagegen erliegt den Verlockungen des dolce vita. Und flugs probiert sie mit Hilfe eines ultrafiesen Alchemisten, Zobels Schwester kaltzustellen. Ein Elixier mit ausgesprochen seltsamer Wirkung wird dafür hergestellt. Da es sich bei den Akteuren um Amateurschauspieler handelt, wurden die Singstimmen von Profis aufgenommen und als Playback eingespielt. Auch der technische Aufwand wäre zu umfangreich gewesen, so Baaken. Die natürliche Bühne vor der Ruine muss auch etwas geändert werden. Da es im nächsten Jahr ganz ohne Pferde geht und vor allem für die Tanzeinlagen fester Untergrund benötigt wird, soll der Boden für diese Spielsaison gepflastert werden. Dies alles sei natürlich eine riesige Herausforderung, meinte Oliver Steiner, Vorstandsmitglied und einer der Hauptdarsteller im nächsten Jahr. Auch für die Darsteller sei es eine willkommene Abwechslung fügt Melanie Pfeffer hinzu. Hauptdarstellerin Sandra Leber bestätigt, dass es sich vor allem um ein sehr lustiges Stück handelt, hätten sie bisher doch schon unglaublich viel gelacht. Das hofft man natürlich von den Besuchern auch, da sie mal was ganz anderes geboten bekommen und hoffentlich herzhaft lachen können.

Mit Rücksicht auf die Fußball-Europameisterschaft finden die sechs Aufführungen an den Wochenenden von Freitag, 17. Juli, bis 1. August 2020 um jeweils 20.30 Uhr statt.