Hohenlohe-Franken

Leserbrief Im Zusammenhang mit den Röttinger Festspielen

Zahlen in der Warteschleife

Herr: es ist Zeit. / Der Sommer war sehr groß.“ Mit dieser Poesie von Rilke und der Ankündigung, sich noch nicht sofort in den Urlaub zu verabschieden, bilanzierte die Festspielpräsidentin an der Salzach.

Nach 42 Tagen, 206 Vorstellungen, 260 875 ausgegebenen Karten und Bruttoticketeinnahmen von 30,3 Millionen Euro standen am Tag nach der letzten Vorstellung die genauen Zahlen fest.

In der Festspielstadt an der Tauber verfährt man genau umgekehrt. Die Intendanz verlässt nach dem Finale die Bühne, die die Welt bedeutet. Da hofft dann der in der Warteschleife geparkte Bürger, zusammen mit seinem Stadtrat, dass dem Chief Executive Officer in einem kreativen Augenblick die richtige Glücksformel einfällt, damit sich die Ticketverwaltung der Frankenfestspiele nicht wieder um 3,2 Prozent verrechnen möge.

Hat der Kampf um „die genauen Zahlen“ doch eine lange Tradition und der Lernprozess ist noch immer im vollen Gange. Dabei standen nach Ende der letztjährigen Spielsaison die 13 351 verkauften Tickets bereits nach vier Wochen in der Zeitung. Im Jahr zuvor gelang das bereits drei Tage nach dem Finale. Aber da hat man eine zusätzliche Verwaltungskraft eingestellt. Warum es in diesem Jahr nicht funktionieren will, darüber darf spekuliert werden. Vermutlich ist die Dame noch mit dem Sortieren von Büroklammern beschäftigt.

Nicht viel anders erging es dem Haushaltsplan 2018, der wegen „begrenzter Kapazitäten“ erst im Juni mit 5,8 Millionen Euro das Licht der Welt erblickte. In der Nachbarschaft ist man erkennbar flotter unterwegs. Die Stadt Würzburg beschloss im November (518 Millionen), Bad Mergentheim am 14. Dez. (60 Millionen) den Haushalt 2018 und dem Kreistag Würzburg gelang dies am 19. März (170 Millionen).

Die, so ist zu vermuten, werden halt auch nicht von „begrenzten Kapazitäten“ regiert.