Hohenlohe-Franken

Landwirtschaft Der Feind des Maiszünslers kommt per Drohne aus der Luft / Enorme Zeitersparnis im Vergleich zur Handausbringung

Wespen als natürliche Gegenspieler

Archivartikel

Biologische Schädlingsbekämpfung ist auf dem Vormarsch: Achim Bentz aus Braunsbach im Schwäbisch Haller Landkreis will dem Maiszünsler jetzt mit Schlupfwespen zu Leibe rücken.

Braunsbach. Früher entdeckte Achim Bentz aus Braunsbach-Rückertshausen beim Gang durchs Maisfeld immer wieder abgeknickte Pflanzen und Bohrlöcher an den Maisstängeln. Alles typische Anzeichen für einen der bedeutendsten Schädlinge im Maisanbau, den Maiszünsler. Der Fraß der Schmetterlingsraupe im Stängel und am Kolben sorgt in Baden-Württemberg seit Jahren für Ertrags- und Qualitätsausfälle, schreibt die Initiative Stadt – Land – Wissen in einer Mitteilung.

Drohnen werfen Kugeln ab

Anstatt mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen den Maiszünsler vorzugehen, hat sich Achim Bentz für den Einsatz von Nützlingen entschieden. Deshalb fliegen derzeit Drohnen über seine Maisfelder und werfen Kugeln ab. In den Kugeln befinden sich die Eier der Schlupfwespe Trichogramma brassicae. Das ist der natürliche Gegenspieler des Maiszünslers, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Schlupfwespen parasitieren die Eier des Maiszünslers. Dafür legen sie ihre eigenen Eier in das Schädlingsgelege. Anschließend fressen die schlüpfenden Trichogramma-Nachkommen die Zünslereier von innen leer.

Damit unterbrechen die Wespen den Entwicklungszyklus des Maiszünslers. Der beschriebene Vorgang wiederholt sich so lange, bis die Schlupfwespen keine Zünslereier mehr finden.

Achim Bentz bewirtschaftet seinen konventionellen Betrieb nach der sogenannten guten fachlichen Praxis und berücksichtigt dabei die Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes. „Ich setze Nützlinge wie die Schlupfwespe Trichogramma ein, wenn deren Wirkung erfolgversprechend ist“, erklärt der Landwirt.

Auch gegenüber technischen Neuerungen ist der Landwirt aufgeschlossen. Pilot Raphael Horlacher überfliegt jedes Feld zweimal. Dabei bringt er insgesamt 200 Trichogramma-Kugeln und damit 330 000 Nützlinge pro Hektar aus.

Für Landwirte bietet die Verteilung mit einer Drohne anstatt von Hand eine enorme Zeitersparnis. „Die Dienstleistung kann ich bereits im Frühjahr bestellen. Mit der weiteren Abwicklung habe ich nichts zu tun“, fasst Bentz zusammen. Dadurch ließen sich etwa während der Getreideernte Arbeitsspitzen minimieren.

„Bis auf wenige Ausnahmen war ich mit dem Einsatz der Nützlinge immer zufrieden“, berichtet Bentz. Neben den Schlupfwespen setzt er auch auf Vorbeugung: „Indem ich die Maisstoppeln im Herbst mulche, werden dem Maiszünsler die Überwinterungsmöglichkeiten genommen.“ slw