Hohenlohe-Franken

Hohenlohekreis In den letzten Wochen insgesamt 1350 Kontaktpersonen ermittelt / Problem Großveranstaltung

Wer war beim „Rebenglühen“ dabei?

Archivartikel

Hohenlohekreis.Rund 250 Mitarbeiter des Landratsamtes Hohenlohekreis sind derzeit sieben Tage die Woche im Schichtdienst damit beschäftigt, die Coronalage im Hohenlohekreis zu bewältigen. Dabei sei insbesondere die Ermittlung von Kontaktpersonen mit COVID 19 erkrankten Personen die Hauptaufgabe, denn nur so könnten weitere Infektionsketten unterbrochen werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

Dafür wurde eine eigene Aufbauorganisation innerhalb des Landratsamtes geschaffen. „Wir haben eine komplett neue Struktur im Gesundheitsamt aufgebaut und die Büroarbeitsplätze in mehreren Verwaltungsgebäuden entsprechend umgerüstet“, so Annette Schmidt, kommissarische Amtsleitung des Personal- und Organisationsamtes. Aus allen Verwaltungsbereichen des Landratsamtes wurde Personal abgezogen, um diese Mammutaufgabe erfüllen zu können.

Kontaktpersonen angeben

Rund 1350 Kontaktpersonen von COVID 19 infizierten Personen konnten so alleine in den letzten Wochen ermittelt werden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, alle Kontaktpersonen zu erreichen – ob per Mail, telefonisch aber auch auf dem Postweg, um sie über die angeordnete Quarantäne zu informieren“, so Mike Weise, Verwaltungsleiter der Besonderen Aufbauorganisation im Gesundheitsamt.

Besonders wichtig sei es, dass infizierte Personen den Mitarbeitern des Landratsamtes immer alle Kontaktpersonen im betroffenen Zeitraum vollständig angeben. Insbesondere bei größeren Veranstaltungen mache dies aber immer wieder Probleme.

Die Fallermittlungen hätten jetzt ergeben, dass gleich mehrere infizierte Personen bei der Großveranstaltung „Rebenglühen“ in Bretzfeld vor gut zwei Wochen gewesen seien. „Hier die Kontakte nachzuvollziehen, ist objektiv kaum möglich“, erklärte die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Antje Haack-Erdmann. Insbesondere deshalb, da gut die Hälfte der Infizierten keinerlei Symptome aufweist und gar nicht weiß, dass sie infiziert ist. Diese Personen bemerkten auch oft gar nicht, dass sie überhaupt krank waren.

„Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse kann nicht ausgeschlossen werden, dass Besucher des Rebenglühens vor zwei Wochen in Kontakt mit infizierten Personen gekommen sind“, so Haack-Erdmann. „Daher ist es wichtig, dass Besucher des Rebenglühens, bei denen die typischen Symptome auftreten, telefonisch Kontakt zum jeweiligen Hausarzt aufnehmen“, so Bretzfelds Bürgermeister Martin Piott. Eine individuelle Nachverfolgung aller Kontakte sei aufgrund der hohen Besucheranzahl nicht möglich.

Für alle Fragen zum Coronavirus ist das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werktags von 8 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 16 Uhr unter Telefon 07940/18-888 zu erreichen.

Außerhalb dieser Zeiten ist laut Landratsamt ein Anrufbeantworter geschaltet. pm