Hohenlohe-Franken

Kommunalpolitik Kauft die Stadt Crailsheim das Areal samt Gebäude? / Entscheidung muss innerhalb von vier Wochen fallen

Von Vielseitigkeit des Hangars begeistert

Archivartikel

Kauft die Stadt Crailsheim den Hangar samt dazugehörendem Areal? Die Stadträte zeigten sich beeindruckt von der Vielseitigkeit der Location. Die Entscheidung muss kurzfristig erfolgen.

Crailsheim. Eigentlich sollte derzeit das Stadthallen-Gutachten im Mittelpunkt der Crailsheimer Kommunalpolitik stehen, aber die Entscheidung der Familie Stegmaier, den Hangar, der sich als Veranstaltungshalle weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat, zu verkaufen, überlagert die Überlegungen, welche Art von Halle(n) auf dem Volksfestplatz gebaut werden soll(en).

Kürzlich schauten sich die Stadträte und die Verwaltungsspitze auf Einladung der Familie Stegmaier den Hangar an. Hermann Stegmaier erläuterte den Gästen, warum die Dynamik rund um den Hangar so schnell so groß geworden ist.

Auch die StegmayerGroup mit Hauptsitz in Crailsheim muss schauen, wohin die Reise der Unternehmensgruppe, die mittlerweile europaweit aktiv ist, geht. Die Besitzer entschieden sich für eine Fokussierung aufs Kerngeschäft und das ist, wie schon im Gründungsjahr 1927, die Mobilität. Eine Konsequenz aus dieser Entscheidung ist, sich vom Hangar zu trennen.

Thomas Stegmaier hatte die Halle vor 15 Jahren gekauft und viel Zeit und Geld in das Vorhaben gesteckt, aus einer verrottenden Flugzeughalle eine attraktive Eventlocation zu machen. Die Brüder Hermann und Thomas betonten gegenüber dem Hohenloher Tagblatt, dass es mehrere Interessenten in Deutschland für den Hangar gebe, die Stadt aber sozusagen das Vorkaufsrecht habe. Allerdings gelte dies nur bis Mitte Juli.

Diese Terminsetzung sei, unterstrich Hermann Stegmaier, nicht der Versuch, die Stadt unter Druck zu setzen, sondern dem Umstand geschuldet, dass er und sein Bruder schnell Entscheidungen treffen müssen, um in bewegten Corona-Zeiten die Zukunft der Unternehmensgruppe mit mittlerweile mehr als 15 Firmen und annähernd 400 Beschäftigten sichern zu können. Wenn die Stadt bereit ist, rund acht Millionen Euro für den Erwerb des Hangar-Areals zu bezahlen und diese Entscheidung in den nächsten vier Wochen trifft, dann ließe sich im Bereich des ehemaligen Fliegerhorstes ein „visionäres Projekt“, so Thomas Stegmaier, verwirklichen.

Die Stadt wird Besitzerin einer multifunktionalen Halle, die allen Ansprüchen, die an eine Stadthalle gestellt werden, gerecht werde. In einem Nebengebäude des Hangars könne ein Kultursaal mit 450 Sitzplätzen eingerichtet werden. Hinter dem Hangar könne zudem eine rund 3500 Zuschauer fassende Halle für die Merlins entstehen.

Die Vielseitigkeit dieses „Kulturzentrums“ sei mit keiner anderen Lösung erreichbar, ist sich Thomas Stegmaier sicher. Mit Hangar, Kultursaal und Merlins-Halle könnten alle Veranstaltungen, die in den Bereichen Kultur, Gesellschaft sowie Business & Industrie denkbar sind, abgedeckt werden. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Appell von Baubürgermeister Jörg Steuler, nicht in Steinen, sondern in Veranstaltungen zu denken.

Nach der Präsentation zeigten sich viele Stadträte beeindruckt, mehrere von ihnen bekundeten, dass sie für den Kauf des Hangars sind. Auf Nachfrage von Jan Zucker (CDU) zeigte sich Thomas Stegmaier zuversichtlich, dass man auf den Kaufpreis nicht mehr viel drauflegen müsse, um das Foyer zu erweitern und den Kultursaal einzubauen. „Da bleiben wir unter zehn Millionen Euro“, ist sich Stegmaier sicher. Die Kosten der Basketballhalle bezifferte er auf rund zehn Millionen Euro. Den Bau wollen die Merlins mithilfe ihrer Sponsoren stemmen. ah