Hohenlohe-Franken

Fränkisches Freilandmuseum Unter dem Motto „Hier tut sich was“ ist in Bad Windsheim für jung und alt viel geboten

Viele kleine Aktionen und Vorführungen

Jeden Tag tut sich was im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim. Das Sommerprogramm bietet Interessantes für jung und alt.

Bad Windsheim. Nicht nur der Glühkopf für den Lanzschlepper hat Feuer gefangen, auch der Junge und sein Papa, die dem Museumsmechaniker gebannt zuschauen, wie er den alten Lanzbulldog des Freilandmuseums startet, sind Feuer und Flamme. Diesen Sommer ist im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken wegen Corona alles etwas anders als in den vergangenen Jahren: Zwar finden keine großen Veranstaltungen statt. Dafür gibt es jeden Tag viele kleinere Aktionen und Vorführungen im neuen tagesaktuellen Format „Hier tut sich was“.

Alle bewegen sich im Freien mit dem gebotenen Abstand. Landwirte und Handwerker führen ihre Arbeitsbereiche vor, erklären sie und lassen sich gerne ins Gespräch verwickeln.

Jeden Nachmittag zwischen 13.30 und 15.30 Uhr gibt es unter dem Motto „Hier tut sich was“ etwas anderes zu entdecken, zum Beispiel den Korbmacher, der einen Korb flicht oder den Büttner, wie er hölzerne Fässer baut. Neu ist, dass nicht nur die Vorführhandwerker aktiv sind, sondern auch die Museumsmitarbeiter Einblick in die Aufgaben geben, die gerade je nach Witterung und Saison anstehen.

Wer Glück hat, kann zumBeispiel im Gespräch über den Gartenzaun mitbekommen, wie die Gärtner jetzt im Sommer die ersten Früchte ernten oder erleben, wie die Museumszimmerleute eine hölzerne Dachrinne fertigen. An der Kasse oder auf der Museumswebseite ist tages-aktuell zu erfahren, was zu sehen ist.

Jeden Tag versorgen die Landwirte die Tiere auf dem Museumsbauernhof aus Seubersdorf. Täglich ist auch Silke Michel mit den Museumsschafen im Freigelände unterwegs. Wenn man beobachtet, wie geduldig sich die Museumsschafe von Menschen streicheln lassen, die nicht mal so hoch sind, wie sie selbst (und natürlich auch von größeren), versteht man das Wort „lammfromm“. Im August gibt es wochenweise besonders viele Aktionen zu thematischen Schwerpunkten. In der zweiten Augustwoche (9. bis 15. August) dreht sich alles um alte Landmaschinen. Die Ernte im Freilandmuseum beginnt. So lässt sich in dieser Woche zum Beispiel die Großdreschmaschine im Einsatz erleben. Es dampft, zischt und klappert. Angetrieben von einer mobilen Dampfmaschine, verarbeiten sie „live“ das Getreide von den Museumsfeldern.

Rund ums Wasser

Oder der aktuelle Neuzugang des Freilandmuseums – der Opel Blitz-Kleinlaster aus den 1930er Jahren – wird erstmals im Museum in Betrieb genommen. Auf seiner Ladefläche ist ein Sägewerk montiert. Damit werden mobil Holz und Bretter gesägt.

In der zweiten Themenwoche in der dritten Augustwoche (16. bis 22. August) geht es ums Wasser. Im Museum finden sich viele Bachläufe und stehende Gewässer, die ver-schiedenen Tieren Lebensraum geben. Etliche Fischarten sind im Dorfweiher zu entdecken und an den Bachläufen mit etwas Glück Biber, Ringelnattern oder der Eisvogel. Die Kraft des fließenden Wassers wurde zum Betrieb von Mühlen, zur Bewässerung der Felder mit Wasserschöpfrädern genutzt oder zum Pumpen des Wassers mittels des Hydraulischen Widders. Beim Thema „Wasser“ darf natürlich der Waschtag nicht fehlen. Während der dritten Themenwoche mit Haus- und Hofgesprächen in der vierten Augustwoche (23. bis 29. August) sind viele Häuser belebt: Es ist jemand zuhause, der vom Leben der früheren Bewohner und der Geschichte der Häuser erzählt, Arbeiten in Haus- und Hof vorführt, den man alles fragen kann. Manche Dörflerin ist auch gewandet wie die früheren Bewohner. Großes Kino ist das Thema für das Sommerkino, das im Fränkischen Freilandmuseum im Alten Bauhof (Donnerstag, 6., bis Sonntag, 9. August, und Donnerstag, 13., bis Sonntag, 16. August) stattfinden wird. Stimmungsvoll sitzen die Zuschauer unter der großen beeindruckenden Holzkonstruktion das Alten Bau-hofs; sie sitzen im Trockenen, aber doch coronasicher von reichlich Luft umweht.

Museumsrallye

An acht Abenden startete jeweils um 20.15 Uhr ein Abendfilm: von „Amazing Graze“ bis zum „Land des Honigs“. Wie es Ferien-Eltern mit den Erziehungskrisen im „Hotel Mama“ so ergehen kann, erzählt der neue Schweizer Spielfilm „Wir Eltern“. Was tun, wenn sich die spätpubertären Kinder partout nicht abnabeln wollen? Am Samstag, 15. August, wird der Wunschfilm zum Filmland Frankreich per Zuschauerabstimmung gewählt. Abstimmung und Kartenvorverkauf unter https://www.25vier.de/ Zu jeder Tageszeit können Familien mit der Museumsrallye starten und gemeinsam das Gelände erkunden und die Museumstiere am Bauernhof aus Seubersdorf besuchen. Wer beim Verlassen des Museums das richtige Lösungswort nennen kann, erhält einen Preis. Auf dem Erlebnisplatz lässt sich ganz wunderbar spielen. Hier ist es nicht verboten, auf den Trecker zu klettern oder mit Wasser zu pritscheln. Bei einer Einkehr in einen der Museumsbiergärten können Eltern und Kinder dann eine Pause machen.