Hohenlohe-Franken

Untreue-Vorwurf Prozess gegen Haller OB ohne Urteil

Verfahren gegen Auflage eingestellt

Archivartikel

Schwäbisch Hall.Eine umstrittene Reise nach Namibia war der Hintergrund von Vorwürfen gegen den Haller Oberbürgermeister (wir berichteten), die jetzt ein juristisches Nachspiel hatten. Ein Prozess ging am Montag über die Bühne – und blieb ohne Urteil.

Nach einer Reise nach Namibia vor rund zwei Jahren mit einer Schwäbisch Haller Delegation musste sich Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim jetzt vor Gericht verantworten. Die Delegation hatte im ersten Teil der Reise aus dem OB, seiner Lebensgefährtin, ihrem Sohn und dem damaligen Haller Klimaschutzbeauftragten Stefano Rossi bestanden. Im Nachgang waren Zweifel an der Richtigkeit der Übernachtungskostenabrechnungen entstanden; Pelgrim „zahlte nach“. Zu Ermittlungen kam es aber trotzdem – und einem Strafbefehl, gegen den der Ob Rechtsmittel einlegte.

Vor einem Richterspruch einigten sich am Montagnachmittag Staatsanwaltschaft und Verteidiger auf eine Geldauflage und damit die Einstellung des Verfahrens gegen den Oberbürgermeister. Es handelt sich dabei um keinen Freispruch, aber auch nicht um eine Verurteilung. Die Staatsanwältin hatte nach der ganztägigen Verhandlung mit sich gerungen, da sie keinerlei Einsicht beim Haller OB sah, der nach ihrer Meinung nachweislich Wertgrenzen für Zuwendungen überschritten und Geld der Stadt Hall veruntreut habe. Pelgrim muss im Zuge der Einstellung 15 000 Euro zahlen und gilt als nicht vorbestraft. Die Summe geht anteilig an drei soziale Einrichtungen. thumi/mrz