Hohenlohe-Franken

Brauchtum Beim Fest in Dinkelsbühl dreht sich am Sonntag alles um das Leben in einer alten Stadt

Uralte Handwerker-Geheimnisse und eine wilde Horde

Archivartikel

Dinkelsbühl.Beim Stadtfest, das am kommenden Sonntag, 8. September, um 10.45 Uhr auf dem Altrathausplatz in Dinkelsbühl eröffnet wird, spielen die Bürger der Wörnitzstadt die Hauptrolle. Sie entführen die Besucher in das Alltagsleben einer Reichsstadt mit Lagerleben, Schaukämpfen und Bauernmarkt. Schmied, Keramiker, Seifensieder und Schuhmacher lassen sich über die Schulter schauen und verraten Geheimnisse ihrer jahrhundertealten Künste. Neben zahlreichen anderen musikalischen Darbietungen spielt die Dinkelsbühler Knabenkapelle auf, die Zunfttänzer sind ebenfalls dabei.

Vom Geheimtipp zum Muss hat sich für viele Besucher der Vorabend des Stadtfests entwickelt. Die Weinschänke der Partnerstadt Edenkoben im Spitalhof lädt zu einem kühlen Trunk und deftigem Pfälzer Vesper ein. Zu vorgerückter Stunde lockt die Mittelaltergruppe Fratres Armorum 1188 zum nächtlichen Spektakulum auf der Bleichwiese. Am Löwenbrunnen und um das Münster Sankt Georg haben die Getreuen des Königs Gustav Adolf ihr Lager aufgeschlagen. Bis zum Ende um 17 Uhr, wenn das Stadtfest mit einer Serenade auf der Freilichtbühne ausklingt, gibt es Spielstationen für Kinder und mittelalterliche Gaukelei. Die Wilde Horde zieht umher.

Gleichzeitig mit dem Stadtfest findet der Tag des offenen Denkmals statt. In diesem Jahr lautet das Motto „Macht und Pracht“. Dazu gibt es eine Reihe von Führungen entlang der Stadtmauer, die einst die mächtige Reichsstadt sicherte. Außerdem ist der prächtige Bau des ehemaligen Deutschordensschlosses mit seiner Rokokokapelle zu besichtigen sowie das Amtszimmer des Oberbürgermeisters mit der barocken Decke im Rathaus, in dem die demokratisch legitimierte Macht der Großen Kreisstadt heute sitzt. stv