Hohenlohe-Franken

Diak-Akademie Thema „Hormone in den Wechseljahren“ / Pflanzen-Wirksamkeit nicht belegt

Unterschiedliche Symptome

Schwäbisch Hall.Großes Interesse an der Bedeutung der Hormone in den Wechseljahren zeigten die rund 70 Besucherinnen, die zum Vortragsabend von Prof. Dr. Andreas Rempen nach Schwäbisch Hall kamen.

Die Wechseljahre finden meist vom 45. bis 55. Lebensjahr statt. In dieser Zeit durchleben die Frauen einen teilweise massiven Umbruch mit körperlichen und psychischen Auswirkungen.

Die Beschwerden, die im Zusammenhang mit den Wechseljahren auftreten, sind dabei von Frau zu Frau oft ganz unterschiedlich ausgeprägt.

Manche Frauen sind so stark betroffen, dass sie kaum ihren Alltag bewältigen können, andere wiederum verspüren gar keine Symptome. Die Statistik besagt, das zwischen 50 und 80 Prozent aller Frauen durchschnittlich fünf Jahre lang am sogenannten „klimakterischen Syndrom“ leiden.

Was in dieser Zeit im Körper der Frau passiert und welche Rolle die Hormone dabei spielen, darüber informierte der langjährige Chefarzt der Frauenklinik.

Angst und trockene Haut

Hitzewallungen werden von den betroffenen Frauen am häufigsten genannt. Oftmals wachen sie nachts schweißgebadet auf und können nicht mehr weiter schlafen – Schlafmangel ist die Folge. Weitere psychische Symptome während der Wechseljahre können Angst, Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen sein. Aber auch Herzkreislauferkrankungen, Osteoporose, Kontinenzprobleme und trockene Haut treten vermehrt auf. Für die Veränderungen der Schleimhäute ist der Östrogenmangel verantwortlich. Lokale Hilfe bieten in diesen Fällen z. B. östrogenhaltige Cremes.

Die bekannteste Therapie in den Wechseljahren ist die Hormonersatztherapie (HRT) und diese sei besser als ihr Ruf, so Rempen. Lange Zeit wurde Hormonen in den Wechseljahren bescheinigt, das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs deutlich zu erhöhen. Dann zeigten Studien, dass die Therapie zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt, diese Risiken senken kann.

Wichtig sei das individuelle Gesundheitsrisiko und den Nutzen der HRT für jede einzelne Patientin abzuwägen, um gemeinsam mit den Frauen eine gute Entscheidung zu treffen. Es gäbe zudem Risiken, die die Frau selbst beeinflussen könne: Rauchen, Alkohol, Ernährung oder Mangel an Bewegung. Die Hormonersatztherapie sollte nicht zu spät nach der letzten Regelblutung begonnen werden.

Rempen erklärt: „Liegt bei Therapiebeginn die letzte Regel länger als zehn Jahre zurück oder war die Frau zu dem Zeitpunkt älter als 60 Jahre, geht dies mit einem höheren Risiko einher.“

Viele Frauen würden gerne auf pflanzliche Mittel als Alternative zurückgreifen. Die Wirksamkeit dieser Präparate ist allerdings in den allermeisten Fällen wissenschaftlich nicht belegt. Am Ende des Vortragabends gab es angeregte Gespräche und viele Fragen an den Vortragenden. diak