Hohenlohe-Franken

Soziales Wohn- und Pflegeheim-Pläne vor Langenburger Gemeinderat vorgestellt / Stadt will den Bebauungsplan „Schafäcker“ ersetzen

Unternehmer hat etwas Großes vor

Archivartikel

Ein Investor plant in Langenburg den Bau einer Wohn- und Pflegeeinrichtung für demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen. Neben dem „Mawell“ sollen einmal bis zu 200 Bewohner leben.

Langenburg. Auf die Stadt Langenburg kommt ein Großprojekt zu, das im weiten Umkreis ohne Beispiel sein dürfte – wenn es verwirklicht wird. Der Überlinger Unternehmer Reinhold Gutmann plant den Bau einer Wohnanlage an der Michelbacher Straße zwischen dem Mawell Resort und der Haldenstraße. Dort sollen in drei langgestreckten, mehrgeschossigen Gebäuden über dem Jagsttal 144 Wohnungen entstehen, in denen demenzkranke Menschen mit ihren Angehörigen leben und sie pflegen oder pflegen lassen.

Bereits 1989 hatte der Gemeinderat für den Südhang den Bebauungsplan „Schafäcker“ beschlossen. Außer Wohnhäusern sollte dort ein Kurhaus entstehen – ein Vorhaben, das bis heute nicht verwirklicht wurde.

Für das Areal interessiert sich jetzt jedoch der 68-jährige Reinhold Gutmann, ein Bankkaufmann und Betriebswirt, der mit seiner Firma Amaravia Pflegeheime plant und teilweise betreibt. Wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte, kennt er Langenburg bereits seit seiner Kindheit. Bei einem Besuch im Mawell sei ihm die Idee gekommen, in der Stadt nach einem Gelände für eine Pflegeeinrichtung zu suchen.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats haben Gutmann und sein Architekt Hans-Peter Burkhardt, ebenfalls aus Überlingen, ihr Vorhaben vorgestellt. Außer den 144 Wohnungen soll es demnach in der Anlage zwei ambulant betreute Wohngruppen mit jeweils zwölf Bewohnern geben. Das Konzept sieht das Angebot einer Rundum-Versorgung vor einschließlich einer Tagespflege, die Demenzkranke vorübergehend in Obhut nimmt, außerdem ein Restaurant, ein Café und möglicherweise eine Arztpraxis.

Bei voller Auslastung sollen einmal 200 Menschen in der Anlage wohnen, dazu könnten rund 50 Mitarbeiter kommen, für die möglicherweise nicht nur Personalwohnungen geschaffen werden, sondern bei Bedarf auch ein Kindergarten.

Bauherr soll eine eigens für diesen Zweck zu bildende Projektgesellschaft sein, bei der Gutmann einer der Gesellschafter wird.

Unklar ist, wer die weiteren Gesellschafter sein werden; infrage kommt für Gutmann die Deutsche Immobilien AG.

Nach eigenen Angaben sucht Gutmann derzeit bundesweit an zehn Standorten nach Möglichkeiten, solche Pflege-Wohnanlagen zu errichten, darunter in Bad Saarow in Brandenburg und in Magdeburg. „Drei von diesen Anlagen sind bereits gesichert. Wir wollen die zehn Anlagen zeitversetzt bauen“, sagt Gutmann.

Neuer Bebauungsplan

Im nächsten Schritt will die Stadt nun den Bebauungsplan „Schaf- äcker“ ersetzen. „Mit dem bestehenden Bebauungsplan können wir nichts anfangen“, sagte Architekt Burkhardt.

Das sieht auch der Langenburger Bürgermeister Wolfgang Class so. Er sprach sich dafür aus, den Bebauungsplan neu zu fassen.

„Das Projekt wäre ein Gewinn für die Stadt“, sagte Class, „es würde gut nach Langenburg passen.“ Die Verwaltung will nun das Kreisplanungsamt einschalten, dann soll der Gemeinderat mit dem Aufstellungsbeschluss das Bebauungsplanverfahren in Gang setzen.