Hohenlohe-Franken

Crailsheim Die Feuerwehr in Corona-Zeiten / Dezentrale Struktur ist hilfreich

Übungsbetrieb ruht momentan komplett

Archivartikel

Crailsheim.Die dezentrale Organisation der Crailsheimer Feuerwehr ist auch zu Corona-Zeiten ein Pluspunkt. Bei ihren Übungen und Einsätzen ist ein ausreichender Abstand nicht immer möglich.

Ein Zaubermittel zum Schutz der Kameraden hat auch Stadtbrandmeister Armin Klingenbeck nicht zur Hand. Aktuell wurde der Übungsbetrieb, wie schon zu Beginn der Corona-Pandemie, zwar wieder komplett stillgelegt. Auch auf Versammlungen und soziale Events wurde und wird konsequent verzichtet. Anlass zur Beunruhigung sieht Klingenbeck aber nicht gegeben. „Im Grunde müssen wir bei unseren Einsätzen immer den Infektionsschutz beachten, denn wir wissen nie, woran ein Unfallopfer leidet,“ führt er aus.

Respekt statt Angst vor Covid-19 lautet also die Devise der Wehr. „Langfristig brauchen wir aber Übungen, um den vielfältigen Anforderungen im Einsatzgeschehen gerecht zu werden“, betont Klingenbeck. Gleich zu Beginn der Krise wurden ausreichend Stoffmasken in sehr guter Qualität angeschafft, die die Einsatztruppen konsequent tragen. Denn die Abstandsregeln sind weder in den Einsatzfahrzeugen noch beim Einsatzgeschehen einzuhalten. Wichtig ist, dass der Mund-Nasen-Schutz nur einmal getragen und dann zentral gereinigt wird.

Keine der Abteilungen musste bislang in Quarantäne geschickt werden. „Bis zu zwei Abteilungen dürften gleichzeitig ausfallen, das könnten wir gut noch kompensieren“, erklärt Armin Klingenbeck. Die dezentrale Struktur der Crailsheimer Wehr mit den starken Abteilungen in den Ortsteilen bewährt sich auch zu Krisenzeiten. Einen Mehraufwand durch das Virus gibt es aber auch bei der Feuerwehr.

So müssen beispielsweise die Innenkabinen der Fahrzeuge nach jedem Einsatz akribisch desinfiziert werden. Und jeder Atemschutzgeräteträger verpackt seine Ausrüstung nach dem Einsatz selbst sorgfältig in einen personalisierten Beutel. So soll vermieden werden, dass sich die Kameraden untereinander oder bei der Desinfektion über das Material infizieren können. Kummer bereiten Armin Klingenbeck allerdings die Jugendabteilungen. Denn die Jugendarbeit ruht bereits vorsorglich seit März.

Eine lange Zeit für den Nachwuchs. „Ich hoffe, keine und keiner kommt uns durch die Pause abhanden“, so der Stadtbrandmeister. Denn das könnte die Einsatzfähigkeit der Wehr langfristig schwächen. Immerhin 50 Prozent der Aktiven rekrutieren sich aus der Jugendfeuerwehr. Und so soll es auch trotz Corona bleiben.