Hohenlohe-Franken

Kunstkreis Rothenburg Werke von 21 Künstlern unter dem Titel „Ansichtssache“ im Rathausgewölbe zu sehen / Zahlreiche Aktivitäten

Thematische Vielfalt prägt Ausstellung

Archivartikel

In eine gute Zukunft kann der Rothenburger Kunstkreis blicken, der 2020 30-jähriges Bestehen feiert. Noch bis zum 6. Oktober zeigen 21 Mitglieder ihre Bilder und Objekte im Rathausgewölbe.

Rothenburg. „Ansichtssache” ist diesmal die Jahresausstellung ds Kunstkreises Rothenburg benannt, die unter großem Zuspruch eröffnet wurde. Die Vorsitzende Ruth Bücker hatte deutlich gemacht, dass man sehr wohl über Kunst und Kunstbegriffe streiten könne. Doch genau so soll es sein: anregend und als ein Angebot an die Besucher, die ausgestellten Werke ganz aus ihrer eigenen Sichtweise zu interpretieren.

Gleich gegenüber hat in der ehemaligen Gewerbehalle traditionell der Rothenburger Künstlerbund sein Domizil – und dazu wird in diesem Jahr beim Besuch beider Ausstellungen besonders deutlich, dass der Kunstkreis nicht nur eine Ergänzung des örtlichen Angebots an bildender Kunst darstellt, sondern längst seine eigene Stärke und Bedeutung gefunden hat. Auch er deckt die klassischen Segmente Malerei, Grafik, Zeichnung und Bildhauerei ab, und zwar in einer Weise, die Vergleiche nicht scheuen muss. „Wir haben, was die Mitgliederentwicklung anbelangt, keine Sorgen” stellt der Vorstand fest, denn allein in den letzten zwei Jahren hat man 30 neue Mitglieder dazugewonnen, so dass es inzwischen schon über hundert sind. Rund ein Drittel davon ist aktiv.

Die Jahresausstellung zeigt deutlich, wo Neuerungen und Entwicklungen der Kunstkreis-Mitglieder sichtbar sind. Zu den Gemälden und Zeichnungen, in verschiedensten Techniken kommen Keramik und Holzgeschnitztes sowie Objektkunst und auch Popart in der Abbildung. Als Gastaussteller hat man den Steinsfelder Maler und Bildhauer Michael Bieg mit dazu genommen.

Um so einen Verein lebendig zu halten, bedarf es besonderen Zusammenhalts und vor allem eines im wahrsten Wortsinne zupackenden Vorstands. Da darf man die Kombination von Ruth Bücker und ihrer zweiten Vorsitzenden Ingeborg Goebel als Glücksfall sehen.

Schließlich gilt es jedes Jahr gleich mehrere Veranstaltungen zu bewältigen, wobei alle aktiven Mitglieder gefordert sind. So ist die „Kunst an der Mauer” in Rothenburg schon längst zu einem Begriff geworden und war auch dieses Jahr mit rund 40 Ausstellern sehr erfolgreich. Die idyllisch am Plönlein platzierte Malergruppe um 1900 ist immer an den Reichsstadttagen eines der begehrtesten Historiengruppen-Motive. Letztes Jahr hatte man im Krankenhaus eine umfassende Ausstellung präsentiert und schließlich gilt es noch die angebotenen „Fahrten zur Kunst“ zu organisieren, wobei man auch über die Region hinaus interessante Ausstellungen gemeinsam besucht.

Dass es an den „ganz Jungen“ im Kunstkreis fehlt, das liegt in der Natur der Sache: „Die Jugend hat dafür noch wenig Zeit, aber so ab 40 besinnt man sich dann eher auf eine künstlerische Betätigung”, meint Ruth Bücker, auch wenn Verständnis und Interesse dafür natürlich im Schulunterricht schon geweckt werden können.

Bis 6. Oktober geöffnet

Der Begriff des Freizeitkünstlers ist deshalb leicht irreführend, weil immer mehr Kunstkreismitglieder auf professionelle Lehrmeister verweisen können, Akademien besucht haben oder schon von Studium und Herkommen mit der Kunst näher befaßt waren. So spielt der Rothenburger Kunstkreis (dessen Mitglieder ebenso aus der Umgebung kommen), auch gesellschaftlich im örtlichen Kulturleben eine wichtige Rolle.

Die Jahresausstellung ist bis Sonntag, 6. Oktober, montags bis freitags von 13 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Und anschließend findet vom 11. Oktober bis 10. November die Kunstkreis-Ausstellung „Malerisches Rothenburg – pittoreske Ansichten einst und jetzt” im Rothenburg-Museum statt.