Hohenlohe-Franken

Ab dem 8. November Ausstellung „Ehemalige Synagogen in Polen und der Ukraine“

Teilweise heute Supermärkte

Archivartikel

Crailsheim.Das Stadtarchiv Crailsheim veranstaltet vom 8. bis 28. November eine Ausstellung mit den Bildern von Eva Maria Kraiss zu alten und teils verlassenen Synagogen in Osteuropa.

Die Ausstellung wird am 7. November eröffnet. Es gibt ein Begleitprogramm mit Führungen und Vortrag rund um das Thema.

Über Jahrhunderte waren die Städte und Dörfer in Galizien, dem „galizischen Jerusalem“, aber auch in weiteren Regionen Polens und der Ukraine durch eine überwiegend jüdische Bevölkerung geprägt. Während des Zweiten Weltkriegs fielen dann jedoch die deutschen Besatzer ein und verübten schreckliche Verbrechen mit Massenexekutionen und Vernichtungslagern. Zugleich wurden sie gedemütigt, beraubt, die Synagogen zweckentfremdet oder zerstört. Nur wenige Spuren der jüdischen Religion und Kultur sind in vielen Gebieten heute noch erhalten.

Eva Maria Kraiss, die sich seit langem der Dokumentation jüdischer Spuren in der Hohenloher Region widmet, fotografierte auf ihren Reisen 2016, 2017 und 2019 ehemalige Synagogen in Polen und in der Ukraine. In fast 100 Aufnahmen zeigt sie verwüstete, dem endgültigen Zerfall preisgegebene Synagogen, aber auch sorgfältig restaurierte Gotteshäuser mit Inschriften und Malereien, die heute als Museen und Dokumentationsstätten des untergegangenen Judentums dienen.

Andere wiederum kamen nach dem Zerfall der Sowjetunion 1990 wieder in den Besitz kleiner jüdischen Gemeinden und dienen wieder dem Gottesdienst und der Lehre. Der weitaus größte Teil der Synagogen wurde jedoch schon während des Krieges oder kurz danach zu Fabriken, Supermärkten, Kinos, Lager- oder Wohnhäusern umgenutzt. Auch in diesen sind noch Spuren der ehemaligen Gotteshäuser zu entdecken.

Vom 8. bis 28. November sind in einer Ausstellung im Forum in den Arkaden Bilder von Kraiss’ Reisen ausgestellt. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 7. November, um 19 Uhr in der Liebfrauenkapelle statt.

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag 8 bis 17 Uhr, Freitag 8 bis 14 Uhr und Sonntag 11 bis 17 Uhr.

Im Begleitprogramm führt an den Sonntagen, 10. November um 15 Uhr und 24. November um 11 Uhr, die Fotografin persönlich durch die Ausstellung. Stadtarchivar Folker Förtsch wird zudem am Dienstag, 26. November um 19.30 Uhr, über die „’Todeszone’ Generalgouvernement – Deutsche Judenpolitik im besetzten Polen, im Ratssaal des Rathauses sprechen. pm