Hohenlohe-Franken

Hammerschmiede Gröningen Am Ausflugsziel stehen Sanierungen an / Technik und denkmalgeschützte Fenster erfordern sechsstellige Summe / Mühlrad steht still

Technik-Kleinod „auf jeden Fall erhalten“

Archivartikel

Eine Frage schwebte über dem jüngsten Hammerschmiede-Sommerfest: Geht es nach der Renovierung weiter mit Schauschmieden und Bewirtung? Die Antwort: ein klares Ja.

Satteldorf-Gröningen. Die Wogen sind in den letzten Tagen etwas hochgeschlagen“, sagte Friedrich Albrecht. Der Gröninger Ortsvorsteher hatte gestern und in den Tagen zuvor viele Fragen von beunruhigten Mitbürgern zu beantworten. „Die Aussage ist ganz klar: In der Hammerschmiede geht es weiter“, stellte derweil der Satteldorfer Bürgermeister Kurt Wackler klar. Und er fügte deutlich hinzu: „Das hier ist etwas anderes, als ein Wohnzimmer neu zu tapezieren.“

Dächer bereits in Stand gesetzt

Traditionell wird Ende August das Hammerschmiedefest gefeiert. Wie in den Vorjahren wanderten deshalb gestern mehr als 500 Besucher hinunter ins Gronachtal. Die Landfrauen verwöhnten mit verschiedenen Bloozen, dazu gab es einen handwerklich geprägten Markt. „Das ist unser einziges Fest, das wir ausrichten und das uns Einnahmen bringt“, berichtete Stephanie Hofmann, eine der drei Vorsitzenden der örtlichen Landfrauen. „Wir haben uns extra dafür einen Bloozofen gekauft.“

Ob er auch im Jahr 2020 angefeuert wird? Davon ist auszugehen. „Wir greifen die Renovierung der Schmiede umgehend an“, sagte Wackler. „Außerdem werden die Fenster in der Schmiede, die unter Denkmalschutz steht, saniert.“ Geplant ist, dass diese Arbeiten bis zum Frühjahr erledigt sind. Im ausgehenden Winter wird sich die Gemeindeverwaltung mit Willi Walz zusammensetzen. Der Wirt verköstigt nicht nur an der Schmiede, sondern betreibt auch Willis Sportpub in Satteldorf. „Der Unterschied zu den Vorjahren ist nur, dass die Bewirtung heuer früher endet.“ Wackler gibt aber einen unmissverständlichen Ausblick: „Wir wollen dieses Kleinod auf jeden Fall erhalten.“

Bereits in den vergangenen Jahren wurden für eine sechsstellige Summe – inklusive Fördergeldern – die Dächer der Hammerschmiede saniert. Nun steht ein ähnlicher Betrag für die Mühlentechnik und die Fenstersanierung im Raum. Ein Fachmann aus Sonthofen kümmert sich um die Sanierung des Mühlrades. „Das ist nicht ohne“, erklärte Schmied Karl-Heinz Kurz gestern. „Es kann nicht als komplettes Teil ausgebaut werden.“ Kaum zwei Menschen können in diesem engen Teil der Schmiede nebeneinander stehen.

Ohne Mühlrad, einem Originalnachbau aus dem Jahr 1982, kann die Wasserenergie nicht an einen acht Meter und 70 Zentimeter dicken Eichenstamm übertragen werden, der dann die Hämmer antreibt.

Seit rund zwei Jahren steht das Mühlrad still, im Frühjahr 2020 könnte es sich wieder drehen – wenn alles gut geht. Bei Sanierungsarbeiten, für die deutschlandweit nicht einmal eine Handvoll Fachleute in Frage kommen, weiß man nie. Zudem ist es nicht möglich, diese Sanierungsarbeiten im laufenden Betrieb durchzuführen. Am 16. September soll der Satteldorfer Gemeinderat die nächsten Schritte beschließen.

Gespräche Anfang 2020

Anfang 2020 will die Gemeinde in Absprache mit dem Förderverein und dem Wirt am Konzept und den Rahmenbedingungen für den Betrieb der Schmiede weiter arbeiten. „Die letzten unruhigen Tage haben zumindest auch etwas Gutes“, sagte Ortsvorsteher und Fördervereinsvorsitzender Albrecht lächelnd. „Unsere Schmiede ist Gesprächsthema, und es haben sich einige gemeldet, die unser Team der Schmiede und Metallfachleute verstärken könnten.“ Diese braucht es auch für die einmal monatlich veranstalteten Führungen.

Wer sich unter den Besuchern umhörte, konnte viel Optimismus spüren. „Klar geht es in der Hammerschmiede nach der Renovierung weiter“, sagte beispielsweise Klaus Schuhmann aus Bronnholzheim.