Hohenlohe-Franken

Katholische Kirche Pfarrer Wolfgang Zopora und Schwester Ottilia mit Wehmut verabschiedet / Ohr für christliche und weltliche Angelegenheiten

Tauber-Zeit ein „Geschenk des Himmels“

Archivartikel

Nicht nur bei den einleitenden Worten „Abschied ist ein Stück Wehmut“ spüren die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft TauberGau, dass der Abschied von ihrem Pfarrer sichtlich schwer fällt.

Tauberrettersheim. Nach 23 Jahren in Unterfranken, davon die letzten knapp acht Jahre in Tauberrettersheim, geht es für Pfarrer Wolfgang Zopora und die erkrankte Schwester Ottilia (73) vom Deutschen Orden (DO) mit Wehmut vom Taubertal nach Oberfranken, in Bayerns kleinsten Kurort, Bad Alexandersbad.

Der Umzug wird notwendig, da der Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft „TauberGau“ kürzlich, am 30. August, seinen 70. Geburtstag feiern durfte und somit von Bischof Dr. Franz Jung, wie in der Diözese Würzburg üblich, in den dauernden Ruhestand versetzt wurde.

Vom Kunstglaser zum Theologen

Für seine langjährigen treuen und guten Dienste sprach der Bischof Zopora den oberhirtlichen Dank aus.

Zopora wurde 1950 in Essen geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach einer Ausbildung zum Kunstglaser besuchte er zunächst das Abendgymnasium in Essen, ehe er in Münster Theologie studierte. Seine Diplomarbeit schrieb er zum Thema „Don Bosco und die Politik“. Die Priesterweihe empfing er am 8. April 1989 in Marburg. 1997 begann er seinen Dienst in der Diözese Würzburg und war zunächst Seelsorger in Großlangheim, Rödelsee und Mainbernheim. 1998 wurde er hauptamtlicher Pfarrverweser von Mömlingen.

2003 ernannte ihn Bischof Dr. Paul-Werner Scheele zusätzlich zum Pfarradministrator von Eisenbach, dem 2004 Priester der Diözese Würzburg und Pfarrer von Mömlingen und Eisenbach folgten. Im November 2007 übernahm er die Pfarrerstelle von Rimpar und Kuratus von Maidbronn.

2010 wurde Zopora zudem Geistlicher Beirat des DJK-Diözesanverbands Würzburg. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er im Juli 2012 von Rimpar und Maidbronn entpflichtet. Anschließend wirkte Zopora als mitarbeitender Priester in der Pfarreiengemeinschaft Röthlein, Heidenfeld, Hirschfeld, bis er am 1. März 2013 Pfarrvikar in die Pfarreiengemeinschaft „TauberGau, Röttingen“, dank Generalvikar Karl Hillenbrand, wechselte.

Seit 2015 ist er zudem Dekanatsbeauftragter für Priester- und Ordensberufe sowie Dienste der Kirche im Dekanat Ochsenfurt. Die Zeit im TauberGau bezeichnen beide als „Geschenk des Himmels“, haben sie doch zahlreiche Freundschaften geschlossen. Nach einem Herzinfarkt durfte er hier nochmals als Priester und Seelsorger tätig sein. Der Unterfranke habe sein Herz am richtigen Fleck.

„Echtes Fundament“

In seinem bisherigen Wohnort Tauberrettersheim sieht er das religiöse Fundament echt und authentisch. Religion gehöre im Weinort noch zum Leben dazu, auch wenn nicht alle den sonntäglichen Gottesdienst regelmäßig besuchen, so Zopora. Traurig zeigte sich der sehr Sportinteressierte darin, dass er sowohl den 100. Geburtstag der DJK, als auch seinen siebzigsten und die Verabschiedung „dank Corona“ nicht richtig feiern durfte. Bei einem Freiluftgottesdienst mit dem Motto „Verzeihen mit Herzen und Versöhnung“ auf dem Festplatz nahm er nun Abschied und bedankte sich beim gesamten Pfarrteam der Pfarreiengemeinschaft mit Pfarrer Gerhard Hanft und Dekan Oswald Sternnagel (Ochsenfurt) an der Spitze.

Zuvor bedankte sich Dieter Melzer im Namen der Pfarreiengemeinschaft TauberGau für sein stets offenes Ohr, das er nicht nur für christliche sondern auch für weltliche Angelegenheiten hatte. Er stand mit Rat und Tat zur Verfügung. Nachdem Bürgermeisterin Karin Fries das Dankeschön und die besten Wünsche für die Zukunft der politischen Gemeinde überbrachte gab’s von Dekan Oswald Sternnagel ein Vergelt’s Gott mit dem Hinweis, dass ihm seine zahlreichen Leserbriefe fehlen werden. Locker, wie man ihn kennt, überbrachte für das Pfarrerteam der Pfarreiengemeinschaft Stephen Egwu mit den Worten: „Es war eine schöne Zeit mit Dir“ Dank für die gute Zusammenarbeit.

In seinen Abschiedsworten berichtete der Scheidende über die einzelnen „Wunder“, die er in den jeweiligen sieben Pfarreien-Gemeinden erlebt hatte. Musikalisch umrahmt wurde der Abschiedsgottesdienst von der Tauberrettersheim Jugend-Musikkapelle.