Hohenlohe-Franken

Landwirtschaft Der Blaufeldener Maschinenring liefert schon seit vielen Jahren ins benachbarte Österreich

Stroh als begehrter Exportschlager

Archivartikel

Es hat sich zum richtigen Exportschlager entwickelt: das Stroh aus Blaufelden. Seit vielen Jahren liefert der dortige Maschinenring ins benachbarte Österreich.

Blaufelden. Die ersten Kontakte mit einem Spediteur gab es im Jahr 1997, vor inzwischen mehr als 20 Jahren. Mittlerweile hat der Hohenloher Verein mit der Spedition Rieder aus Leogang einen treuen und verlässlichen Partner gefunden.

Damals war dem Blaufeldener Maschinenring über das Landwirtschaftsamt ein Spediteur aus dem oberösterreichischen Lochen vermittelt worden. Mit Hilfe der Firma Aigner, einem Baustoff- und Betriebsmittelhändler in der Nähe von Braunau am Inn, lieferten die Blaufeldener sechs Jahre lang jährlich mehr als 35 Lkw-Züge Stroh in die Region zwischen Braunau und Salzburg.

Durch einen Zufall kam der erste Kontakt zwischen Lothar Mühlenstedt, Geschäftsführer des Maschinen- und Betriebshilfsrings Blaufelden, und dem Spediteur Rieder aus dem österreichischen Leogang zustande. Das Transportunternehmen ist im Fernverkehr unterwegs und liefert Maschinenteile, Kfz-Zubehör für große Schlepperfirmen und Fliesen aus Italien in den Großraum Rhein-Main.

Auf der Rückfahrt ins Salzburger Land wollte Seniorchef Siegfried Rieder für die heimische Landwirtschaft Stroh mitnehmen und suchte hierfür landwirtschaftliche Betriebe an der Autobahn. In Hohenlohe wurde er fündig, da Stroh in einem starken Veredlungsgebiet wie Hohenlohe in großen Mengen anfällt. Schon bald wurden die ersten Lkw beladen. Schnell fanden die beiden Parteien einen guten Draht zueinander, die Organisation stimmte und auch bei den Finanzen war man sich schnell einig. Der Spediteur weiß sehr zu schätzen, dass er sich auf die „Hohenloher verlassen“ kann und jedes Jahr genügend Stroh geliefert bekommt. Von Vorteil ist auch, dass das Stroh zu fast jeder Tages- und Nachtzeit verladen werden kann.

„Mittlerweile gehen jedes Jahr über 50 Lkw-Züge Stroh gen Österreich“, sagt Geschäftsführer Lothar Mühlenstedt in einer Pressemitteilung des Maschinenrings. Auch die persönlichen Kontakte wurden ausgebaut. So besuchten Mühlenstedt und Ring-Assistent Johannes Hofmann die Spedition Rieder schon des öfteren in Leogang und besprachen dort die weitere Zusammenarbeit. „Die Qualität passt und das Stroh ist in jedem Quaderballen bereits geschnitten“, lobt Christian Rieder, Chef des Unternehmens, die Kooperation. Und fügt hinzu: „Die Aufträge, welches Stroh ich liefern muss, bekomme ich beim sonntäglichen Stammtisch im Wirtshaus direkt von meinen Bauern.“

Beim Pressen wird das Stroh bei der Aufnahme mit 24 Messern geschnitten und so gepresst, das es optimal zur Einstreu für den Almbauer geeignet ist. Das Stroh wird sowohl zum einfachen Landwirt im Tal als auch zu verschiedenen Almen auf über 1800 Meter Höhe passend in jeder Größe und Menge per Lkw angeliefert. Mittlerweile haben sich zwei Partner gefunden, die sich voll aufeinander verlassen können.

Aber nicht immer verlief die Kooperation mit den Speditionen reibungsfrei. Bei einer der ersten Strohabfuhren musste ein Fahrer einer Spedition aus Freilassing Lehrgeld bezahlen. Schimpfte er schon bei der Ankunft, dass er nun als Rückfracht Stroh aufladen muss, vergaß er beim Verladen das Höhenmass von 3,80 Metern. Bei der Rückfahrt nach Österreich über die Autobahn blieb er bei der Einfahrt in den Tauerntunnel Richtung Graz hängen und ein Teil der Fracht wurde abgeräumt. Der Tauerntunnel war für zwei Stunden komplett gesperrt und nach diesem „Erlebnis“ war von dieser Spedition nichts mehr zu sehen und zu hören. Doch inzwischen hat sich alles eingespielt und klappt wie am Schnürchen.