Hohenlohe-Franken

Landkreis Hall „Haben nicht den einen Herd“

Stimpfach an der Spitze

Archivartikel

Landkreis Schwäbisch Hall.Dunkelrote Flecken auf einer Karte sind in Zeiten von Corona kein gutes Zeichen. Wie sich das Virus im Landkreis Schwäbisch Hall ausbreitet, lässt sich an der Sieben-Tage-Inzidenz auf Gemeindeebene ablesen, die das Landratsamt ermittelt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gilt als wichtige Kennziffer, um das Infektionsgeschehen regional ver gleichbar zu machen. Dafür nimmt man die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen und teilt sie durch die Einwohnerzahl der Kommune. Das Ergebnis multipliziert man dann mit 100 000. Erste Maßnahmen greifen ab einem Inzidenzwert von 35, noch strenger geht es ab 50 zu.

Mit mehr als 480 war die Gemeinde Stimpfach Mitte letzter Woche Spitzenreiter im Landkreis Schwäbisch Hall. Nun könnte man grundsätzlich infrage stellen, wie viel Aussagekraft es hat, wenn man eine 3100-Einwohner-Gemeinde auf 100 000 Einwohner hochrechnet, aber egal. Fakt ist: „Die Zahlen sind hoch, sie sind zu hoch. Die Leute sollen zu Hause bleiben, Abstand halten, sonst kriegen wir die Zahlen nicht in den Griff.“ Der, der das sagt, heißt Matthias Strobel und ist Bürgermeister von Stimpfach. Wie lassen sich die Infektionen in Stimpfach erklären? Das Landratsamt vermutet, dass diese immer noch mit einer Firma in der Gemeinde zu tun haben könnten, bei der vor zweieinhalb Wochen mehrere Mitarbeiter betroffen waren.

Strobel weiß aber auch von einem Fall, in dem sich jemand beim Arbeitgeber außerhalb der Gemeinde angesteckt haben soll.

Zudem wurden zwei Personen in den Kindergärten Weipertshofen und Rechenberg positiv getestet. „Wir haben nicht den einen Herd“, betont Strobel. Jens Sitarek