Hohenlohe-Franken

Tötungsdelikt Ermittlungen im Fall der 94-jährigen Elfriede Huchler laufen auf Hochtouren

Soko erhofft sich Hinweise

Archivartikel

Schwäbisch Hall.Beamte der Soko „Ring“ sowie des Landeskriminalamts gehen weiter jedem Hinweis zur Tötung der 94-jährigen Elfriede Huchler aus Schwäbisch Hall nach.

Wer hat Elfriede Huchler getötet? Diese Frage beschäftigt weiterhin die Angehörigen und Ermittler. Die Beamten haben inzwischen den Namen des Opfers veröffentlicht. Sie erhoffen sich Hinweise aus der Bevölkerung zum Tagesablauf und zu den Gewohnheiten der Getöteten. Die 50-köpfige Sonderkommission „Ring“ des Polizeipräsidiums Aalen ist im Einsatz. Die Beamten werden von Ermittlern des Landeskriminalamtes unterstützt.

Der Name der Soko leitet sich vom Fundort der Frau ab: Sie lebte im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses am Hagenbacher Ring, ganz in der Nähe der Kirche St. Markus. Die Frau wurde am 14. Oktober, einem Mittwochabend, tot aufgefunden (wir berichteten).

Nicht ans Telefon gegangen

Nach Informationen aus dem Familienkreis hatte sie an jenem Tag zuletzt gegen 9 Uhr telefonischen Kontakt zu Angehörigen. Bei einem weiteren Anruf gegen 19 Uhr war sie aber schon nicht mehr ans Telefon gegangen. Eine Familienangehörige entdeckte die Frau wenig später tot in der Wohnung.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt. Darauf deuten nach Informationen der Redaktion sowohl die Auffindesituation als auch die Verletzungen des Opfers eindeutig hin. Eine Obduktion kam zum selben Ergebnis.

Unklar ist, wer der Täter war und wie er in die Wohnung kam. Laut Auskunft aus Huchlers Umfeld war die 94-Jährige „unglaublich misstrauisch“, ließ eigentlich niemanden herein. Einbruchspuren gibt es offenbar keine.

Noch sehr aktiv gewesen

Die Polizei hat nach den ersten Zeugenaufrufen „mehrere Hinweise aus der Öffentlichkeit erhalten“, teilte Jonas Ilg, Sprecher des Präsidiums Aalen mit. „Wir bewerten diese und gehen jedem Hinweis nach.“ Ob etwas Zielführendes dabei war, darüber könne er derzeit nichts sagen. Auch der Haller Oberstaatsanwalt Harald Freyer will sich derzeit weder zur Auffindesituation noch zu Spuren und möglichen Hinweisen äußern.

Aus ermittlungstaktischen Gründen wäre es nicht klug, „in einem solchen frühen Stadium“ zu viel Täterwissen preiszugeben. Huchler ist Erbin der einstigen Ritter-Brauerei. Ihrer Familie gehören unzählige Immobilien und Feriendomizile. Nach Informationen aus ihrem Umfeld kümmerte sie sich nach wie vor um die Objektverwaltungen, Mietverträge und Abrechnungen.

Sie sei zudem aktiv gewesen, machte täglich ihren Spaziergang am Hagenbacher Ring und trainierte in der Regel zweimal wöchentlich in einem Fitnessstudio in Gschlachtenbretzingen. An ihrem Todestag hatte sie offenbar keine Außentermine geplant.

Sie war die Chefin

Weiter heißt es aus ihrem Umfeld, dass Elfriede Huchler kerngesund und auf der „Rennstrecke Richtung 100 Jahre“ unterwegs war. Sie sei immer sehr bestimmend aufgetreten und habe nie abgelegt, dass sie „die Chefin einer Firma war“, berichtet eine Angehörige.

Die Polizei erhofft sich, dass sich noch Menschen melden, die Elfriede Huchler in ihren letzten beiden Tagen gesehen haben. ths