Hohenlohe-Franken

Röttingen Der Bürgermeisterkandidat der CSU/Freie Bürger, Christian Klippel, stellte sich im Pfarrheim vor / „Respekt, aber keine Angst“

Schulhausneubau Thema für Bürgerversammlung

Röttingen.Die Sitzgelegenheiten im Pfarrheim reichten bei der Vorstellung des Bürgermeistekandidaten der CSU/Freie Bürger, Christian Klippel, nicht aus und für viele war nur noch ein Stehplatz vorhanden.

Nach der Begrüßung durch den Sprecher der Wählergruppe, Josef Geßner, ergriff der CSU-Mann aus Unterpleichfeld das Wort und lud nach kurzer Vorstellung gleich zur Diskussionsrunde ein.

Zu seiner persönlichen Motivation, als Bürgermeister für Röttingen zu kandidieren, zählt er neben dem Reiz der Möglichkeit, in einer Kommune dieser Größenordnung viel bewegen zu können, vor allem sein Alter (50 Jahre), um eine solche Position optimal ausfüllen zu können.

Er sei zwar kein Verwaltungsmann, doch die Position als Geschäftsführer einer Druckerei verlange von ihm viele Führungsaufgaben. Die Verwaltungsarbeiten würden ja in der Regel von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus erledigt. Als Beispiel nannte er seinen Heimatort, in dem ein Bauhofmitarbeiter Rathauschef wurde und alles sehr gut laufe. Kern des Erfolgs sei der Bürger, der Schultes könne nur gemeinsam mit dem Stadtrat in erster Linie den Grundstein legen. Nach seiner Vorstellung zeigten die Bürger dem Kandidaten auf, was ihnen unter den Nägeln brennt. Dazu zählten sie die stark geschrumpften Rücklagen, das steigende Festspielminus, die sinkenden Steuereinnahmen und den teils schlechten Straßenzustand.

Emotional wurde es erneut, als es um das Thema Schulneubau ging. Nachdem stellvertretender Bürgermeister Josef Geßner erklärte, dass leider sowohl er als auch der Stadtrat hier nur untergeordnet eingebunden seien, übergab er Albrecht Haag als Mitglied der Gemeinschaftsversammlung, die für das Schulwesen zuständig ist, das Wort. Doch außer der wiederholten Mitteilung, dass ein Neubau mit Kosten in Höhe von zwölf Millionen nicht teurer käme als eine Sanierung, der Neubau aber finanziell besser kalkulierbar wäre, gab es nichts Neues.

Die anderen Schulverbandsgemeinden Bieberehren, Riedenheim und Tauberrettersheim hätten bei der Entscheidung ebenfalls mitgewirkt. Für die sehr rührige Volleyballabteilung des TSV Röttingen sei vor allem sehr enttäuschend, dass bei dem Projekt die Turnhalle außen vor bleibe.

Eine Bürgerin riet ihm, den Mut zu haben, bereits getroffene Entscheidungen zu korrigieren. Mit dem Hinweis, dass das Thema in eine Bürgerversammlung gehöre, griff Bürgermeisterkandidat Klippel wieder zum Mikrofon. Zu den gestellten Fragen erklärte er, dass er sich in den ersten 100 Tagen mit der Übergabe und Einarbeitung beschäftigen müsse, das erste Jahr sehe er vor allem als „Lernjahr“.

Ohne sich auf eine Reihenfolge festzulegen, zählt er Arbeit, Wohnen und Freizeit/Kultur zu seinen Toppunkten. Vor allem das Gewerbe müsse gehegt und gepflegt werden und für Neuansiedlungen Möglichkeiten geboten werden. Ein ehemaliger Stadtrat fügte hinzu, dass es Röttingen bisher in erster Linie wegen der sprudelnden Steuereinnahmen gut gehe.

Tourismus stärken

Zum Thema Festspiele wollte Klippel sich noch nicht festlegen, bemerkte aber, dass Kultur und Werbung für eine Stadt immer mit hohen Kosten verbunden seien, das Geld aber im Auge behalten werden müsse. Daher gab er sowohl für die Festspiele als auch das Gauvolksfest ein moralisches Bekenntnis. Beim Wohnungsbau könne er sich eine Verdichtung der Kernstadt vorstellen. Röttingen sei nach seinen Empfindungen ein kleines Rothenburg und daher wäre eine Verbesserung des Tourismus vorstellbar, bei der er vor allem die Einbeziehung der Burg Brattenstein als wichtig ansieht. Da es sich bei der anstehenden Flurbereinigung um ein breites Spektrum handle, müsse er sich ehrlicherweise hierzu erst noch einlesen.

Zur Verlagerung seines Wohnsitzes nach Röttingen bei einer Wahl wollte sich der Bewerber noch nicht festlegen, gingen doch seine vier Kinder derzeit in unterschiedlichste Schulen und er müsse dies daher mit der Familie besprechen und die nächsten Monate erst noch abwarten, bis er Entscheidungen in Aussicht stellen könne.

Abschließend meinte er, dass er Respekt aber keine Angst vor dem Amt habe und sich in den nächsten Tagen persönlich in den Haushalten vorstellen wolle.