Hohenlohe-Franken

Breitband-Ausbau Stadt Schrozberg investiert rund zehn Millionen Euro / Der Eigenanteil liegt bei 3,5 Millionen Euro

Schnelle Datenautobahn in Sichtweite

Nach vielen Mühen mit der Bürokratie ist Schrozberg am Ziel: Bald gibt es schnelles Internet für alle Teilorte. Netcom BW betreibt das Glasfasernetz.

Schrozberg. Zwei analoge Unterschriften besiegelten die digitale Zukunft in der Stadt Schrozberg: Bürgermeisterin Jacqueline Förderer und Bernhard Palm, Geschäftsführer des Unternehmens Netcom BW, schlossen jetzt den Betreiber-Vertrag für das künftige Glasfasernetz der Stadt ab.

Die schnelle Auffahrt zur Datenautobahn lässt sich Schrozberg rund zehn Millionen Euro kosten – keine Kommune im Landkreis Schwäbisch Hall investiert mehr Geld in diese zukunftsträchtige Technologie.

Die Datenpakete rasen zwar fast mit Lichtgeschwindigkeit durch die hauchdünnen Glasfaserkabel. Aber der mühsame Weg durch den bürokratischen Dschungel mitsamt einem Berg an einschlägigen Förderrichtlinien und Vergabevorschriften wird in Sachen Breitband eher im Schneckentempo zurückgelegt. Davon kann Thomas Pöschik ein Lied singen: Beim Leiter des Bauamtes auf dem Schrozberger Rathaus laufen alle Fäden für das größte Projekt in der Geschichte der Stadt Schrozberg zusammen.

300 000 Kilometer pro Sekunde

Wohlweislich hat die Kommune schon seit 2011 bei allen anstehenden Straßen- und Kanalarbeiten gleich Leerrohre für die Glasfaserkabel mitverlegen lassen. Das neue Netz, das die Daten mit rund 70 Prozent der Lichtgeschwindigkeit (300 000 Kilometer pro Sekunde) überträgt, soll spätestens in zwei Jahren in Betrieb gehen und wird sich auf eine Trassenlänge von rund 100 Kilometern erstrecken – mit etlichen Abzweigungen vor allem in Ort schaften, die auf der Schrozberger Internet-Landkarte noch als „weiße Flecken“ verzeichnet sind.

Auf der Agenda von Bürgermeisterin Jacqueline Förderer nimmt der Breitband-Ausbau den absoluten Spitzenplatz ein. Die Stadt investiert rund zehn Millionen Euro in das Netz, das neben dem Mutterort auch alle bislang unterversorgten Teilorte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Megabit pro Sekunde mit der virtuellen Welt verbindet. Abzüglich der Zuschüsse von Bund und Land (zusammen 70 Prozent) verbleibt für die Stadt ein Eigenanteil von rund 3,5 Millionen Euro.

Geschlossen hinter dem Projekt

„Wir betreiben hier einen großen finanziellen Aufwand – und ich bin sehr froh, dass der Gemeinderat geschlossen hinter diesem Projekt steht“, sagte Jacqueline Förderer bei der Unterzeichnung des Betreibervertrages. Das Unternehmen Netcom BW mit Sitz in Ellwangen pachtet das Glasfasernetz von der Stadt Schrozberg zum Preis von monatlich 9,60 Euro pro Hausanschluss. Geschäftsführer Bernhard Palm rechnet damit, dass sich rund 1000 Schrozberger für die Internet-Angebote der ENBW-Tochter und für einen Glasfaser-Anschluss bis ins Haus entscheiden. Die Details sollen noch bei Informationsabenden vorgestellt werden. Das Schrozberger Großprojekt startet voraussichtlich im September.

Firma verlegt Kabeltrassen

Dann wird die von der Stadt beauftragte Firma KTS aus Heilbronn zunächst in Schrozberg und dann in den östlichen Teilorten die Kabeltrassen in den Boden verlegen. Im nächsten Abschnitt sind dann die westlichen Ortschaften von Schrozberg an der Reihe. haz