Hohenlohe-Franken

Verkehrsüberwachung Crailsheim stellt mit mobile Radarfalle an verschiedenen Orten teils erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen fest

Rund 5000 Geblitzte in Pilot-Monaten

Archivartikel

In den vergangenen drei Monaten hat die Stadtverwaltung Crailsheim einen mobilen Blitzer getestet, der im wöchentlichen Wechsel an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt wurde.

Crailsheim. Auch die Bürger aus der Stadt haben sich dabei aktiv an der Standortwahl beteiligt. Insgesamt konnten fast 5000 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden.

Der dunkelgraue Kasten wirkte unscheinbar und war am Straßenrand oder in der Parklücke kaum zu erkennen. Erst, wenn der rote Blitz aufleuchtete, registrierten die ertappten Autofahrer, was geschehen war – „doch dann war es auch schon zu spät“, so die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Von Anfang Juni bis Mitte September hat die Stadtverwaltungen einen semi-mobilen Blitzer getestet. Das Gerät vom Typ TraffiStar S350 der Firma Jenoptik hat den Vorteil, dass es sämtliche Technik enthält, um eine Woche lang autark arbeiten zu können. Alle sieben Tage haben Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes den Standort geändert.

„Uns ging es darum, Gefahrenpunkte wie Schulen oder Kindergärten sowie Örtlichkeiten zu kontrollieren, wo wir häufiger Geschwindigkeitsverstöße bei unserer täglichen Arbeit feststellen“, erklärt Raimund Horbas, Ressortleiter Sicherheit und Bürgerservice. Geblitzt wurde dabei unter anderem in 30er Zonen, wie im Hammersbachweg oder dem Pamiersring, oder auch auf Hauptdurchgangsstrecken wie der Haller Straße. Insgesamt tappten in den zwölf Wochen 4934 Fahrzeuge in den Blitzer. Spitzenreiter war dabei ein Verkehrsteilnehmer, der statt den erlaubten 30 mit 90 Stundenkilometern unterwegs war.

Die Vorschläge für die Standorte der Radarfalle stammten dabei nicht nur aus der Verwaltung. „Es haben sich viele Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die sich in ihrem Umfeld gefährdet fühlen und um eine Kontrollmöglichkeit gebeten haben“, so Horbas. Aus diesem Grund wurden auch Örtlichkeiten wie Alexandersreut und Beuerlbach mit dem Blitzer bedacht.

„Mit dem Gerät hatten wir die Chance, über einen längeren Zeitraum die gefahrenen Geschwindigkeiten auszuwerten. Das Ergebnis dabei war, dass das subjektive Gefühl oft ein anderes war, als die objektiven Daten dann belegten. Wirkliche Tempoüberschreitungen konnten wir zumeist nicht feststellen.“ Auch zukünftig hofft die Stadt auf Anregungen aus der Bevölkerung, um die Verkehrssicherheit in Crailsheim zu erhöhen. Raimund Horbas will nun die genauen Zahlen auswerten und entscheiden, ob das Pilotprojekt eine dauerhafte Lösung darstellen kann. stv