Hohenlohe-Franken

Logistik Derzeit Einstellungsstopp bei den Krautheimern / Hallen in Weikersheim und Boxberg 2019 in Betrieb genommen

Rüdinger macht 50 Millionen Umsatz

Krautheim.Die Krautheimer Spedition Rüdinger kann ein erfolgreiches Jahr abschließen und investiert nach eigenen Angaben im Jahr 2020 erneut 11,7 Millionen Euro in Gebäude und Fuhrpark. In Kürze wird der erste Jumbozug zum Einsatz kommen.

Es sind eine Menge Neuigkeiten, die Roland Rüdinger auf der Jahrespressekonferenz seiner Spedition zu vermelden hat: Es ging um die logistischen Herausforderungen im Allgemeinen und in Zeiten der Pandemie im Besonderen, um neue Fahrzeuge, um Umweltschutz, Digitalisierung, neue Gebäude, gesellschaftliches Engagement, um die Kennzahlen des letzten Geschäftsjahres und nicht zuletzt um den 90. Geburtstag seiner Firma, der wegen Corona in den Herbst verschoben werden musste.

Umsatzziel erreicht

Für das zurückliegende Geschäftsjahr kann der geschäftsführende Gesellschafter überwiegend positive Zahlen vermelden: Im letzten Jahr stieg der Umsatz um 8,6 Prozent auf 50,5 Millionen Euro. Dabei profitierte die Firma von einem dynamischen ersten Quartal. Diese Dynamik flachte sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte ab und kam im vierten Quartal vollständig zum Erliegen.

Am Umsatzwachstum waren alle Unternehmensbereiche beteiligt, am stärksten der Fern- und Regionalverkehr (30 Prozent), gefolgt vom Geschäftsbereich Sammelgut (25 Prozent), der Lagerlogistik (17 Prozent), dem Maschinentransport (14 Prozent), dem Bereich „Global“ (Zoll, Luft- und Seefahrt mit 10 Prozent) und dem Omnibusbetrieb mit einem vierprozentigen Anteil.

Das Unternehmen beschäftigte 2019 500 Mitarbeiter und bildete 56 Lehrlinge aus. Diese Tendenz werde in diesem Jahr voraussichtlich nicht zu halten sein, vermutet der Chef: Derzeit habe man einen Einstellungsstopp verhängt. Auf Kurzarbeit wolle man jedoch verzichten und stattdessen mit negativen Arbeitszeitkonten über die Runden kommen. Die Azubis würden planmäßig übernommen. Rund 11,7 Millionen Euro hat das Unternehmen 2019 investiert – „bei 50 Millionen Umsatz eine beachtliche Hausnummer“. Neue Logistikhallen gingen in Weikersheim und Boxberg in Betrieb. Die Umsatzrendite läge bei knapp fünf Prozent, was „ganz gut für die Branche“ sei, so der Chef. Zum Nachsteuerergebnis machte er keine Angaben, nur, dass es etwas schlechter als 2018 ausgefallen sei, was auch auf die nachlassende Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen sei.

Ehrgeizige Ziele

Trotz Corona hat die Spedition auch für dieses Jahr ehrgeizige Ziele: So wird erneut die 50-Millionen-Umsatzmarke angepeilt, auch die Investitionen lägen auf Vorjahresniveau. Sie fließen zum größten Teil in den Logistikpark Waldenburg (7 Millionen Euro), der am 5. Juli eingeweiht werden soll. Darüber hinaus in Fahrzeuge (4,4 Millionen Euro) und Flurförderzeuge 0,3 Millionen Euro. Auch die Digitalisierung gelte es weiter voranzutreiben und an die Erfolge im letzten Jahr, in dem das Unternehmen den Verkehrs- Rundschau-Award gewann, anzuknüpfen.

Erster Jumbozug erwartet

Mit Spannung wird die Ankunft des ersten Lang-Lkw vom Typ 5 erwartet, der in der ersten Juniwoche auf den Hof rollen und der zukünftig im Seefrachtverkehr die Strecke nach Hamburg bedienen soll.

Rüdinger ist nach eigenen Angaben das zweite Unternehmen in Deutschland, das einen solchen „Jumbozug plus“ mit 24 Metern Länge einsetze, der 22 Tonnen Nutzlast transportieren könne und nur auf bestimmten Strecken unterwegs sein dürfe.

Der Firmenchef kämpft für den weiteren Ausbau dieser Strecken und für die Anbindung seiner Lager: Zum einen sieht er hier einen Effizienzvorteil von 25 Prozent bei annähernd gleichem CO2-Ausstoß. Damit könne zugleich der Lohnkostennachteil gegenüber osteuropäischen Anbietern ausgeglichen werden, argumentiert er. Gleichfalls will Rüdinger seine Flotte weiter modernisieren. Er investiere in ein „Feuerwerk an Lang-Aufliegern“, die nach und nach Standard werden sollen. Insgesamt hat Rüdinger 190 Lkw im Einsatz.

Vertrauen aufbauen

Die Spedition hat ihren Firmensitz in Krautheim, wo sich wie der Chef betont, Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Das sei Vor- und Nachteil zugleich. Man müsse viel Vertrauen aufbauen, um global in Erscheinung zu treten und um Aufträge zu bekommen. Deshalb tue Anerkennung gut, sagt er und verweist auf den großen Preis des Mittelstandes, der ihm im September 2019 verliehen wurde. kd