Hohenlohe-Franken

Schwäbischer Albverein Burgberg-Tauber-Gau hat rechtzeitig zum Start des neuen Wanderjahres sein Programm herausgegeben / Helmut Müller plant alle Routen bis ins Detail

Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft prägen das Tempo

Archivartikel

Hohenlohe-Franken.Pünktlich zu Beginn des neuen Wanderjahres hat der Burgberg-Tauber-Gau sein Jahresprogramm herausgegeben.

Dass es für passionierte Wanderer im Jahreskalender keine Pausen gibt, ist hinlänglich bekannt, denn es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Für Helmut Müller aus Blaufelden gilt dies in besonderem Maße. Es vergeht nämlich kaum ein Tag, an dem der 70-Jährige nicht selbst per pedes die nähere oder weitere Umgebung durchstreift, „weil es mir gut tut und körperliches Training mein Lebenselixier ist“.

Daher kann man ihn auch mitten im Winter im Hegenest oder im Schorrenwald antreffen oder beim Auskundschaften einer neuen Wandertour für seine Albvereins-Ortsgruppe Blaufelden. Schon während seiner Berufstätigkeit als Wirtschaftsinformatiker für EDV und Controlling – lange Zeit bei der Hera-Gruppe in Blaufelden, später bei der Firma AT Produktentwicklung in Lauda-Königshofen – war ihm dieser Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit wichtig. Aber genauso wertvoll ist ihm das Wandern in Gemeinschaft. Diese Neigung hat er schon früh entdeckt und daher sind er und seine Frau Ruth schon vor gut 30 Jahren dem Verein beigetreten. Aber Helmut Müller genügte das nicht, denn sein Interesse galt bald nicht nur den Aktivitäten seiner Ortsgruppe, sondern besonders den Veranstaltungen auf der nächsthöheren Vereinsebene, dem Burgberg-Tauber-Gau. Als dessen Wanderwart wurde er 2002 als Nachfolger von Werner Donath gewählt, und seither werden auch die Angebote des Gaues von ihm ausgetüftelt, und wer schon einmal mit ihm auf Reisen war, der weiß: Hier stimmt die Planung bis ins Detail.

Und da nehmen es die Wanderer genau, schließlich sind sie ja selbst bestens ausgestattet mit GPS-Gerät, Karten und Tourenführer. Und weil Müller es sich nicht nehmen lässt, seine Touren stets vorzuwandern, sind Entfernungen, Höhen- und Ortsangaben schon beim Studieren seiner Tourenbeschreibungen eine Offenbarung. Kein Wunder bei so viel Akribie, dass sowohl die Ausfahrten in die Alpen als auch zum Deutschen Wandertag fast immer ausgebucht waren. Dass dazu mit Klaus Pressler aus Rot am See, Helmut Bürckert aus Ilshofen, Vereinskamerad Peter Egelhof und den Vorstandskollegen ein bewährter Mitarbeiterstab gehört, ist ihm ebenfalls sehr wichtig. „Keiner darf das Gefühl haben, abzuhängen“, mahnt er bei Wanderungen manchmal an, und durch diese Umsicht, die er bei Schulungen auch den örtlichen Wanderwarten vermittelt, kommt es auch kaum einmal vor, dass Tempo und Leistung nicht allein den Zieleinlauf ausmachen, sondern Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Das gilt auch für seine „Paradedisziplin“, das Sportliche Wandern. Diese 30-Kilometer-Wanderung in zwei Tagesetappen lässt er sich nicht nehmen.

Durch diese integrative und verbindliche Haltung hat sich Müller nicht nur bei den Wanderern, sondern auch im Kreis der Wanderwarte des Hauptvereins hohen Respekt erworben. Ein Ausdruck dafür ist die Verleihung des Albvereins-Ehrenschildes bei der Gau-Jahreshauptversammlung im Oktober 2016. Mehr noch als diese offizielle Ehrung bedeutet ihm die breite Angebotspalette im Burgberg-Tauber-Gau, die auch für 2019 wieder vorliegt. Pünktlich zu Beginn des neuen Wanderjahres hat der Burgberg-Tauber-Gau sein Jahresprogramm herausgegeben.

Nicht ohne Stolz verweist Müller darauf, dass Gau und 16 aktive Ortsgruppen fast 750 Wanderungen im Jahr anbieten: „Das ist spitze in Bezug auf unsere Mitgliederzahl und damit sind wir auch einer der aktivsten Gaue im Albverein.“ Auch für Neuerungen ist Müller stets offen: So wäre das viel beachtete Tourenportal des Gaues im Internet ohne seine Regie nicht zustande gekommen, und die mehrtägigen Radtouren seiner Ortsgruppe hätten nicht den Stellenwert, den sie heute besitzen.

Ab und zu gönnt sich der Wandersmann auch eine Auszeit. Früher fand er diese als Kanute oder Segler, heute entdeckt er gerne neue Reiseziele. So verbrachte er den 70. Geburtstag auf Teneriffa, aber beileibe nicht nur am Strand, sondern auch am Teide (3718m), dem höchsten Berg Spaniens, und so kraxelte er hier wie sonst am Aggenstein in den Tannheimer Bergen oder am Jenner bei Berchtesgaden fröhlich, umsichtig und ausdauernd bergauf und bergab. Daneben findet er noch Zeit für sein „Baamelendle“ bei Billingsbach und er nimmt sich Zeit für die Herzsportgruppe in Langenburg.