Hohenlohe-Franken

In Schwäbisch-Hall Lichtkonstruktion von Harald Körner in der Straße „Am Markt“ / Gebäude trägt Schiller-Schriftzug „Kunst ist eine Tochter der Freiheit“

Neonkunstwerk erleuchtet nächtliche Altstadt und hat gewollten Rätselcharakter

Schwäbisch-Hall.Zeitgenössische Kunst hat in Schwäbisch Hall auch im öffentlichen Raum ihren festen Platz. Einige Skulpturen gehören schon länger zum Stadtbild, wie etwa Wolfgang Biers „Helm“ beim Rathaus. Nun findet erstmals ein Neonkunstwerk Platz in der Altstadt.

An drei Seiten des historischen Gebaudekomplexes in der Straße Am Markt leuchtet nachts der Schriftzug „Kunst ist eine Tochter der Freiheit“.

Die Stadt Sbeauftragte den Pforzheimer Künstler Harald Kröner mit der Ausführung seiner Idee. Kröner stellte 2009 auf Einladung von Klaus Heller im Kunstverein in der Galerie am Markt aus, die sich in dem Barockbau von 1728 befindet.

Der Dramatiker Friedrich Schiller (1759 in Marbach geboren, 1805 in Weimar gestorben) verbrachte seine Jugend in der Nähe von Schwäbisch Hall. Das berühmte Zitat „Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ aus den Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen von 1795 ist nach wie vor aktuell. Vielerorts auf der Welt wird auch heute die Kunstfreiheit eingeschränkt, Künstler gegängelt oder gar bedroht.

Gerade in den Abend- und Nachtstunden unterstreicht das Lichtkunstwerk auch das kulturelle Geschehen im Umfeld des Marktplatzes.

Auf dem Hafenmarkt wird die Aufwertung fortgesetzt, die durch die Ansiedlung der Tourist Information direkt gegenüber der Galerie am Markt angestoßen wurde. Damit rückt auch die engagierte, überregional beachtete Ausstellungstätigkeit des Kunstvereins mehr in den Blick. Schiller gehört zu den regelmäßig auf der „Treppe“ gespielten Klassikern. Somit gibt das Kunstwerk auch einen Verweis auf die Freilichtspiele. Harald Kröner: „Durch die Fragmentierung des Textauszugs in vier Abschnitte („Kunst“, „ist eine“ „Tochter“ „der Freiheit“) – verteilt auf zwei Schmalseiten und eine Längsseite des Gebäudes – wird der Beobachter neugierig gemacht, den zunächst rätselhaften Schriftzug zu erkunden.

Dieser Rätselcharakter ist insofern wesentlich, da es um ästhetische Erziehung geht, und man den Zusammenhang selbst entdecken soll.

Kröner ist bekannt für vielfältige Formen von Zeichnungen, aber auch für etliche Werke im Bereich „Kunst am Bau“, wobei er häufig mit Text und Licht arbeitet. pm