Hohenlohe-Franken

Crailsheimer Gemeinderat Stadtverwaltung hat eine neue Prioritätenliste vorgelegt, die im Herbst diskutiert werden soll

Mehrere Wunsch-Projekte rutschen weiter nach hinten

Crailsheim.Im Herbst befasst sich der Gemeinderat mit einer neuen Prioritätenliste. Mit der Stadthalle kann frühestens 2022 begonnen werden.

Einen heißen Sommer erleben die Crailsheimer schon. Kommt ein heißer Herbst hinzu? Ein von der Stadtverwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgelegtes Papier hat das Potenzial, zumindest die Gemüter von Stadträten zu erhitzen. Die Vorlage umfasst das von der Verwaltung vorgesehene Investitionsprogramm der Jahre 2021 bis 2023 und die Prioritätenliste, also die Aufstellung der Vorhaben ab 2024.

Die umfangreiche Vorlage, über die im Rahmen der Haushaltsberatungen im Herbst diskutiert werden soll, hat zwei zentrale Aussagen: Die vielen Projekte, die auf der kommunalen Wunschliste stehen, müssen auf einen längeren Zeitraum verteilt werden, und es muss eine Neubewertung der Vorhaben vorgenommen werden. Vorschläge hierfür hat die Verwaltung vorgelegt. So könne mit dem Bau einer Stadthalle frühestens 2022 begonnen werden – aber auch das nur, wenn beste Rahmenbedingungen herrschen. Geschoben werden müsse auch Sanierung und Erweiterung der Leonhard-Sachs-Schule, weil mit Zuschüssen erst später gerechnet werden könne. Das vorgesehene Gründerzentrum kommt gleich in die Schublade. Im Amtsdeutsch heißt das so: „Wird bis auf Weiteres geschoben.“ In dem Papier aus dem Rathaus wird jedoch nicht nur über Maßnahmen, die verschoben werden sollen oder müssen, informiert, es ist auch von „geänderten Prioritäten“ die Rede. Nachdem der Gemeinderat den Neubau eines Kindergartens in der Schönebürgstraße abgelehnt hat, macht sich die Verwaltung Gedanken, wie es mit dem zu klein gewordenen Kindergarten in der Parkstraße weitergeht. Erweitern oder anderswo neu bauen? Nach oben geklettert ist der Durchstich der Bahnunterführung bis zum Alten Postweg. Vor Wochen hatte Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer angedeutet, dass er dem Vorhaben Dringlichkeit beimisst, weil durch die verlängerte Unterführung eine weitere Verbindung zwischen Ost- und Weststadt geschaffen würde. Nun heißt es in der Vorlage, dass die Maßnahme „schnellstmöglich“ angegangen werden soll. Mit einer Umsetzung rechnet die Verwaltung im Jahr 2023. Nach vorne rutscht, wenn es nach dem Rathaus geht, auch der Bau einer neuen Aussegnungshalle auf dem Hauptfriedhof. Sie soll im Zeitraum 2021 bis 2023 realisiert werden. Gemeinderat und Verwaltung haben also eine Menge zu besprechen. Sie werden auch darüber reden müssen, dass im Crailsheimer Rathaus zu wenig Personal und im Stadtsäckel zu wenig Geld vorhanden ist. ah