Hohenlohe-Franken

Landkreis Schwäbisch Hall Freilandmuseum wird stärker gefördert

Mehr Geld für Wackershofen

Archivartikel

Schwäbisch Hall.Die Kreisräte haben grünes Licht für eine Zuschusserhöhung an den Verein Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen gegeben. Der Betrag wächst im Jahr 2021 um 122 000 Euro.

Im August hatte der Kreistag des Landkreises Schwäbisch Hall beschlossen, dass das Freilandmuseum Wackershofen mehr Geld bekommt. Der Kreiszuschuss wurde um rund 75 000 Euro für 2020 erhöht, denn auch dem Museum brachen coronabedingt Einnahmen weg. Im Herbst sollte grundsätzlich entschieden werden, wie die Zuschüsse der institutionellen Träger mit Blick auf ein Entwicklungskonzept des Museums angepasst werden. Das Konzept liegt nun vor. Um die künftige Finanzierung geht es im Verwaltungs- und Finanzausschuss.

Im Wesentlichen soll sich das Freilandmuseum von der Darstellung des historischen Dorfes bis zum Zweiten Weltkrieg mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft zu einem historischen Landschaftsmuseum für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entwickeln. Nur so sei der Erhalt des Museums für die Zukunft möglich. Dafür benötigt das Museum eine Erhöhung der institutionellen Zuschüsse durch Kreis und Stadt Hall, den Hohenlohekreis sowie den Kreis Heilbronn.

„Mit einer Übernahme der Personalkosten durch die Träger, in Summe derzeit 1,052 Millionen Euro (Plan 2020), wäre eine deutliche Verbesserung der Situation verbunden. Die Eigenfinanzierungsquote läge dann bei rund 50 Prozent“, macht Museumsleiter Michael Happe im Konzept deutlich.

Museumsvorsitzender Hermann-Josef Pelgrim stellte einen Antrag an den Kreistag, einem neuen Finanzierungsmodell zuzustimmen. Danach ergibt sich folgender Verteilerschlüssel: Die Stadt Hall übernimmt künftig 526 000 Euro (50 Prozent), der Kreis Hall 315 000 Euro (30 Prozent), der Hohenlohekreis 157 800 Euro (15 Prozent) und der Kreis Heilbronn 52 600 Euro (5 Prozent) der Kosten. Dazu soll eine jährliche Erhöhung von zwei Prozent aufgrund der Tarifsteigerung kommen.

Jährliche Steigerung

Der Erste Landesbeamte Michael Knaus erläutert im Ausschuss, dass die Träger des Freilandmuseums die Zuschüsse so neu ausgestalten sollen, dass „die Personalkosten jährlich ausgeglichen werden“. Aus den Reihen der Kreisräte kommt Zustimmung. Sie empfehlen einstimmig dem Kreistag, den Zuschuss von bislang 193 000 auf 315 000 Euro für 2021 zu erhöhen. Zudem soll der Zuschuss jährlich automatisch um zwei Prozent wachsen – für 2022 sind das rund 6300 Euro mehr. „Diese Unterstützung ist mehr als gerechtfertigt“, sagt FDP-Kreisrat Walter Döring. Seit über fünf Jahren sei die Zuschusslage bei steigenden Kosten gleich. Im landesweiten Vergleich liege das Hohenloher Freilandmuseum bei den Besucherzahlen an zweiter Stelle.

Auch FDP-Kreisrat Friedrich Bullinger lobt das Konzept. Wichtig sei, dass die Schulen das Museum noch stärker nutzen, ein Schulkonzept mitabgebildet werde. AfD-Kreisrat Udo Stein und CDU-Kreisrat Damian Komor sehen im Museum eine sinnvolle Einrichtung, die für kommende Generationen erhalten werden soll. SPD-Kreisrätin Annette Sawade betont, dass sich 400 Ehrenamtliche fürs Museum engagieren. Sie wollte von der Kreisverwaltung einen Vergleich, wie die übrigen Freilichtmuseen im Land Baden-Württemberg finanziert sind. Der liegt nun vor und macht deutlich, dass vor allem die Landkreise als Träger die Museen finanzieren.

Kreisrat Christoph Grimmer fragt in diesem Zusammenhang nach der Finanzierung der Hammerschmiede Gröningen in der Gemeinde Satteldorf, die zum Hohenloher Freilandmuseum gehört. Dazu gebe es eine separate Vereinbarung, erläutert Finanzdezernent Werner Schmidt mit Blick auf die Kostenträgerschaft. Das regele und koordiniere die Gemeinde Satteldorf. mha