Hohenlohe-Franken

Hohenloher Kultursommer Konzerte in Oberginsbach und Kloster Schöntal

Kleine Sünden und Absurditäten

Hohenlohekreis.Der 33. Hohenloher Kultursommer geht in seine Endphase. Am kommenden Wochenende, 14./15. September, gibt es nochmals drei Veranstaltungen: in Oberginsbach, Kupferzell und Schöntal.

Das Fukio-Saxofonquartett gastiert am Samstag, 14. September, um 18 Uhr in der katholischen Kirche in Oberginsbach. „In all diesen Stücken bemerke ich jetzt, dass sich da weniger musikalisches Wissen, weniger von der großen Idee findet, aber mehr Farbe, Sonnenlicht, Duft von Oliven. Diese Musik meiner Jugendzeit, die mit ihren kleinen Sünden und Absurditäten das Moment der empfundenen Gefühlsregung ausarbeitet, … erscheint mir wie die Schnitzarbeiten der Alhambra“, schrieb einst Isaac Albéniz über seine frühen Werke, zu denen auch die „Suite española“ zählt.

Werke daraus wie auch von einem anderen spanischen Komponisten, Manuel de Falla, hat das Fukio-Saxofonquartett für seine Besetzung arrangiert. Die vier jungen Musiker stammen alle aus Spanien und hatten gemeinsam abschließend auch noch in Köln an der Musikhochschule studiert, dort mit einer Spezialisierung auf Neue Musik. Auch davon wird etwas beim Konzert in Oberginsbach zu hören sein.

Ein Werk von György Ligeti, das die vier Musiker spielen werden, gehörte auch einmal dazu: „Musica ricercata“, auch ursprünglich für Klavier und vom Ensemble für vier Saxofone gesetzt. Aber das Fukio-Saxofonquartett hat auch Neueres dabei: klingende Städte von Guillermo Lago oder die „Zehn Symphonien“ von Gordon Kampe, die aber nur drei Minuten dauern. Und natürlich gibt es noch klassische Töne mit Arrangements von Streichquartetten für vier Saxofone.

Das Konzert mit dem Ensemble D’Accord am Samstag, 14. September, 16 Uhr, in Kupferzell, Akademie für Landbau (Schloss) ist bereits ausverkauft.

Am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr gastiert das württembergische Kammerorchester Heilbronn unter Leitung von Case Scaglione in der Klosterkirche Schöntal.

Gleich mit drei Figuren der Weltliteratur beschäftigen sich die Musiker des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn bei ihrem Auftritt in der Klosterkirche von Kloster Schöntal am Sonntag, 15. September: mit Don Quixote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, mit dem Schalk Till Eulenspiegel, der seinen Mitmenschen den Spiegel vorhält, und mit dem Frauenhelden Don Juan.

Letzterer kommt allerdings als Mischwesen mit Don Quixote in den „Nocturnal Dances“ des großen finnischen Komponisten Aulis Sallinen für Violoncello und Streichorchester vor. Sallinen hat das 1986 geschriebene, recht tonale Werk, in dem der Cellist die Orchestermusiker zu Tanzrhythmen wie Foxtrott oder Tango animieren soll und den nächtlichen Gedanken von Don Juan Quixote nachgeht, auch als „Chamber Music III“ bezeichnet. Solist ist dabei kein Geringerer als Julian Steckel, der 2010 den ARD-Musikwettbewerb gewonnen hatte.

Eindeutig um Don Quixote geht es aber in Georg Philipp Telemanns um 1720 geschriebener G-Dur-Streichersuite, die dieser auch als „Burlesque“ bezeichnete.

Das eigentlich als großes Orchesterwerk bekannte „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ op. 28 von Richard Strauss hat Manabu Sakota für Streichorchester arrangiert. Da lässt sich in kleinerer Besetzung noch detailverliebter nachvollziehen, wie Till Eulenspiegel auf dem Pferd durch den Markt reitet, wie er in Pastorenkleidung salbungsvoll predigt.

Da geht es in Joseph Haydns C-Dur-Cellokonzert Hob. VIIb:1 inhaltlich zum Glück neutral zu. Julian Steckel wird allerdings sein virtuoses Können zeigen müssen, denn Haydns für den Cellisten des Esterházy-Hoforchesters, Joseph Weigl, geschriebenes Werk hat es in sich.