Hohenlohe-Franken

Festgottesdienst Schrozberger Gotteshaus in zwei Jahren umfassend renoviert und heutigen Anforderungen angepasst

Kirche erstrahlt nun in neuem Glanz

Es ist vollbracht: Nach rund zwei Jahren Renovierungszeit feierte die evangelische Kirchengemeinde Schrozberg Eröffnungsgottesdienst mit vielen Beiträgen, Ehrengästen – und Sekt.

Schrozberg. Eigentlich war die Eröffnung der Schrozberger Kirche auf Oktober 2017 festgesetzt. Dann nämlich, als die evangelische Kirche ihren 400. Geburtstag feierte. Und natürlich auch noch passend zum Lutherjahr. Doch leider konnte der Termin damals nicht eingehalten werden.

Umso mehr freuten sich jetzt alle, dass zumindest noch vor den Konfirmationen in Schrozberg das Gotteshaus wieder einsatzfähig ist. Es hat Pfarrer Georg Leiberich eine ganze Menge Nerven und Schweiß gekostet, und auch das ein oder andere gestresste Wort fiel – aber man kann das Motto von Leiberich „Am Ende ist alles gut“ verwenden – denn es ist wirklich alles gut.

Zur Eröffnung wurde vom Posaunenchor Schrozberg das „Te Deum“ als feierlicher Lob-, Bitt-, und Dankeslied gespielt. Die Kinder des evangelischen Kindergartens, die selbst diesen Sommer noch das 50-Jahr-Jubiläum feiern werden, sangen sich mitten ins Herz der Kirchenbesucher mit dem Lied „Herein, herein, wir laden alle ein“ und animierten alle gleich mit zu klatschen, zu schnipsen, zu stampfen und zu winken.

Pfarrer Georg Leiberich erzählte den Besuchern von den Fragen seines zehnjährigen Sohnes Theo: „Du, Babba, komma heut eigentlich viele in die Kirche? – Ja, Theo, da kommen bestimmt einige heute. Ja, es ist ja auch wie Weihnachten!“.

Wenn man den ganzen Renovierungswerdegang verfolgte – mit allen Höhen und auch einigen Tiefen, Ärgernissen und Verzögerungen – dann schien die Fertigstellung wie das Warten auf das Christkind. Und die Eröffnung ähnelte dann tatsächlich Weihnachten, schon alleine, wenn man die Anzahl der Kirchengänger zählte. Es folgten viele Beträge von der Kinderkirche, dem Frauenchor, dem gemischten Chor und dem Posaunenchor. Etwas ganz besonderes erfuhren alle Akteure in diesem Gottesdienst: Jeder Beitrag wurde mit einem Applaus belohnt. Das spiegelte ja auch die Worte von Bauleiter und Architekt Michael Fleck wider. „Wir haben die Kirche den modernen Anforderungen angepasst, ohne die Würde des Alten zu zerstören.“ Dann darf ganz modern, auch während eines Gottesdienstes geklatscht werden. „Unsere Kirche, die alte Dame, die nun schon 400 Jahre alt ist, ist in Würde ergraut und strahlt heute in neuem Glanze.“

Nachdem Michael Fleck über den zeitlichen Ablauf der Renovierung erzählte, übernahm Georg Leiberich wieder das Wort, diesmal aber als Stellvertreter für den Kirchengemeinderat. Er zeigte den Anwesenden ein paar Fenster in die Vergangenheit. Denn an drei Stellen in der Kirche konnte man den Grad der „Verdreckung“ und die erfolgten Veränderung erkennen. An diesen Stellen wurde nicht gereinigt und es wurden sogar Teile aus längst vergangener Zeit freigelegt.

Nach vielen wissenswerten Informationen bedankte sich Georg Leiberich umfangreich bei allen, die in irgendeiner Weise an der Renovierung teilgenommen, sie unterstützt durch Spenden, Zeit und persönlichem Interesse und sie durchgeführt haben. Und da der Pfarrerssohn Theo Leiberich es nicht besser hätte ausdrücken können, gab es für alle Anwesenden eine goldene Rose als „Weihnachts“-Geschenk, die die Pfarrerfamilie selbst aus Gips gegossen und mit Hilfe bemalt hat. Die Idee zur Blume entstand, als eine der Rosenblüten an einer der Kirchensäulen fehlte und diese nachgegossen werden musste.

Außerdem konnte sich jeder Gast eine in mühevoller Arbeit zusammen mit Hans Moser innerhalb drei Wochen aus dem Boden gestampfte Festschrift mit nahhause nehmen.