Hohenlohe-Franken

Crailsheim Gemeinderat entscheidet über Hangar-Kauf

„Keinen Termin gesetzt“

Archivartikel

Crailsheim.Dass der Crailsheimer Gemeinderat am heutigen Mittwoch, 22. Juli, über den Kauf des Hangars entscheiden muss, liegt nicht an ihm, betont Hallenbesitzer Thomas Stegmaier.

Mittlerweile wird in Crailsheim intensiv über die Frage diskutiert, ob die Stadt den Hangar kaufen oder eine Stadthalle bauen soll. Hangar-Besitzer Thomas Stegmaier ist Geschäftsmann, er weiß, dass Späne fallen, wo gehobelt wird. Aber manches in der Diskussion der letzten Tage geht ihm doch die Nase rauf, berichtet er im Pressegespräch.

Was ihn richtig ärgert, ist der immer wieder geäußerte Vorwurf, er setze Verwaltung und Gemeinderat unter Zeitdruck. „Der Termin 22. Juli kommt nicht von mir“, betonte Stegmaier. Bei der Hangar-Besichtigung durch den Gemeinderat am 23. Juni hätten er und sein Bruder diesen Termin nur aufgegriffen.

Wieso steht der 22. Juli überhaupt im Raum? Hinweise gibt ein Rückblick auf den 29. Mai. Damals wurde in einer Sondersitzung des Gemeinderates das Stadthallen-Gutachten zu den Bauoptionen auf dem Volksfestplatz vorgestellt. Zu Beginn der Sitzung hatte Baubürgermeister Jörg Steuler von einem „Showdown in (...) drei Gemeinderatssitzungen“ gesprochen. Steuler wörtlich: „Im Sommer 2020 müssen wir nach bestem Wissen und Gewissen und nach bester Vorbereitung entscheiden.“ Später in seiner Rede, als er den Hangar als attraktive Option benannt hatte, sagte er noch: „Der Abschluss der Diskussion (...) könnte dann im Juli erfolgen.“ Auf Nachfrage betonte die Stadtverwaltung, dass Stegmaier eine Entscheidung der Stadt im Sommer eingefordert habe, und da komme nur die letzte Sitzung des Gemeinderates vor der Sommerpause, also der 22. Juli, in Frage. Die nächste findet erst am 1. Oktober statt.

Mehr als nur das Gebäude

Nicht verstehen kann Stegmaier, warum in der Diskussion in der Öffentlichkeit oft nur vom Kauf des Hangars geredet wird. Dabei gehe es um ein rund 21 000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem unter anderem der Hangar (Baujahr 1935) steht. Aber eben auch ein Gebäudetrakt aus den späten 2000er-Jahren, in dem man problemlos einen Kultursaal einrichten könne. Wenn die Stadt das Grundstück, auf dem sich auch noch eine Auto-Waschanlage befindet, kauft, dann macht die Stadt laut Stegmaier „keinen Cent kaputt“, weil sie mit dem Grundstück einen Gegenwert bekommt, den sie flexibel nutzen, aber auch jederzeit wieder monetarisieren könne. Der Hangar-Besitzer legt auch Wert auf die Feststellung, dass nicht er den Verkauf der Immobilie ins Gespräch gebracht hat. Das bestätigt die Verwaltung in ihrer Beratungsvorlage für die Stadträte für die nächste Gemeinderatssitzung. Darin heißt es, dass der Hangar-Eigentümer das Rathaus am 27. März davon in Kenntnis gesetzt hat, dass er den Hangar nicht mehr als Event-Location weiterbetreiben wird. Stegmaier verband diese Ankündigung mit der Frage, ob die Stadt diese Aufgabe übernehmen möchte. In einem Gespräch am 15. April hat die Verwaltung Interesse am Kauf der ehemaligen Flugzeughalle gezeigt. In der Sitzungsvorlage heißt es, dass seitens der Verwaltung „der Vorschlag eines Erwerbs des Hangars als Alternative zu den Planungen am Volksfestplatz thematisiert“ wurde. Im Pressegespräch macht Stegmaier noch einmal deutlich, dass ihm der Verkauf des Hangars, nicht leichtfalle.

Am liebsten wäre es ihm, wenn mit der Stadt und den Basketballern „Merlins“ eine Lösung gefunden werden könnte, die auf dem Hangar-Areal ein Zentrum für Kultur, Unterhaltung und Sport ermöglicht. „Das ist doch eine Riesenchance für Crailsheim“, so der Unternehmer. Andreas Harthan