Hohenlohe-Franken

Crailsheim Städtische Musikschule feiert 60-jähriges Bestehen

Jubiläumskonzert eventuell am 3. Oktober

Crailsheim.Kinder, Eltern, Lehrer sowie Bürger der Stadt Crailsheim erfreuten sich am 10. Mai 1970 über das zehnjährige Bestehen der städtischen Musikschule. Am vergangenen Sonntag wurde sie 60 Jahre alt.

„Bei der Feier am Vormittag mit Festansprache von Prof. Waldmann aus Trossingen wird eine stattliche Anzahl unserer Musikschüler mitwirken“, teilte das Stadtblatt 1970 mit. Alle Musikliebhaber wurden zur Feier in die Jahnhalle sowie zum Kammerkonzert am Abend eingeladen. Das Konzert „[...] beginnt mit einer Sinfonietta (=kleine Sinfonie) für Streicher des zeitgenössischen Komponisten Harald Genzner“, gab das Stadtblatt bekannt. Auch Ehrenbürgerin Ulrike Durspekt-Weiler engagierte sich schon damals aktiv. Als Musiklehrerin begleitete sie den ehemaligen Leiter und Begründer der Jugendmusikschule, Ernst Hanselmann, zu einem musikalischen Beitrag im Rahmen des Konzertes, so die Ankündigung des Stadtblatts.

In der 20. Ausgabe des Jahres 1985 betitelte das Stadtblatt das 25-Jahr- Jubiläum der Musikschule mit folgender Überschrift: „Aus einer zarten Pflanze entwickelte sich ein kräftiger Baum“. Der damalige Oberbürgermeister Karl Reu bezeichnete die Musikschule in seiner Auftaktrede zu den Feierlichkeiten als ‚Kristallisationspunkt der musikalischen Bildung.‘. Er betonte, dass die Gründung der Musikschule auf eine Bürgerinitiative zurückzuführen sei. Hanselmann bedankte sich mit den abschließenden Worten „Investition in Kultur heißt Investition in die Zukunft“ bei der Stadtverwaltung Crailsheim.

Im Jahre 1995 beschloss der Gemeinderat, das Offizierskasino der Bundeswehr im Fliegerhorst zu einer Musikschule umzubauen. Die Stadt erwarb das Gebäude vergünstigt vom Bund mit der Auflage, innerhalb von fünf Jahren nach dem Kauf eine Komplettsanierung durchzuführen. Außerdem musste der Verwendungszweck 20 Jahre beibehalten werden. Gesagt, getan: Die Stadtverwaltung arbeitete für die Komplettsanierung mit der Musikschule und einem freien Architekten zusammen. Der Erwerb des Grundstücks, des Gebäudes sowie der darauffolgende Umbau kosteten damals 3,5 Millionen Mark. Die Ausstattung der Räume erfolgte nach den Vorschlägen der Musikschule. Sie ist daher perfekt zum Musizieren geeignet. Der 106 Quadratmeter große Saal, auch als „Schmuckstück“ bezeichnet, ist der einzige Raum, der seiner ursprünglichen Form entspricht. In diesem Saal befindet sich eine dunkle Kassettendecke, eine lange Fensterfront, sowie ein Fußboden aus Eichenparkett. Der Saal wurde lediglich neu renoviert und mit neuen Möbeln ausgestattet.

Im Oktober 2017 übernahm Barbara Kochendörfer die Leitung der Musikschule. Derzeit hat die Musikschule über 1000 Schüler, die von 20 Lehrkräften unterrichtet werden. 2018 nahmen 361 Schülerinnen und Schüler der Musikschule an 32 Veranstaltungen teil. Rund 2200 Menschen besuchten diese Veranstaltungen. An der Musikschule gibt es keine stellvertretende Schulleitung mehr, aber weiterhin fünf Fachbereichsleiter in den Bereichen Elementare Musikpädagogik (EMP), Bläser, Popular, Streich- und Zupfinstrument sowie Tasteninstrumente und Gesang. Seit Mai 2018 gehört die Musikschule zum Ressort Soziales & Kultur. Eigentlich waren zahlreiche Konzerte anlässlich der Feierlichkeiten geplant. Viele von ihnen mussten jedoch aufgrund der Corona-Pandemie vorerst abgesagt werden. Ob das große Jubiläumskonzert am 3. Oktober stattfinden kann, ist noch unklar.