Hohenlohe-Franken

Im Kultursaal Schrozberg Begeisterndes Konzert mit Star-Trompeter Benny Brown und der Big Band Schwäbisch Hall

Jazz-Musik vom Feinsten geboten

Archivartikel

Schrozberg.Noch um kurz vor 16 Uhr war der Schrozberger Kultursaal dunkel, still, vereinsamt und kalt. Die blau-schwarzen Bühnenvorhänge hingen unbenutzt von der Decke, die Scheinwerfer hatten keine Existenzberechtigung und die leeren Stühle warteten auf eine Nutzung. Stille beherrschte den Raum. Kurz nach vier aber betraten Menschen den Raum, trugen große Taschen, im Saal bekamen die Scheinwerfer Strom und die Heizung wurde angeschaltet. Die Musiker der Big Band Schwäbisch Hall zogen ein, um am Abend ein Konzert der besonderen Art zu geben. Neben den Mitgliedern der Big Band Schwäbisch Hall trat Star-Trompeter Benny Brown als Gast auf. Er hatte den ganzen Samstag mehrere Workshops gehalten und gab sich abends die Ehre, im Kultursaal zu spielen.

Es war auf einmal Leben im Haus, Notenständer wurden aufgestellt, Mikrofone und Verstärker angestöpselt, Lautsprecher aufgebaut, Scheinwerfer eingerichtet, Kabel verlegt, Schlaginstrumente zusammengeschraubt und aufgebaut und Transporttaschen der Instrumente zue Seite geräumt. Insgesamt 18 Musiker, die Sängerin Rebecca Hornauer, Dirigent Tobias Scheideck und ein Veranstaltungstechniker für die Beschallung waren zugange, um alles für den Abend vorzubereiten. Nachdem alles soweit aufgebaut war begann der Soundcheck. Mittlerweile waren auch die Mitglieder vom Jugend-Musikverein eingetroffen. Sie bereiteten die Bewirtung vor.

Der Abend hielt, was er versprach. Trotz einiger Parallelveranstaltungen war das Konzert gut besucht. Veranstalterin Susanne Martens scherzte in der Pause: „ Was ist der Unterschied zwischen einem Popmusiker und einem Jazzmusiker? Der Popmusiker spielt drei Akkorde vor 1000 Menschen, der Jazzmusiker spielt 1000 Akkorde vor drei Menschen.“

Die Big Band Schwäbisch Hall startete mit einem intensiven, fein ausgespielten „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, mit welchem sie sofort die Gäste in ihren Bann zog. Zwischen den einzelnen Stücken, wie „Los Endos Suite“ von Phil Collins, und „Georgia on my mind“ stellte Tobias Scheideck die Band und die Sängerin vor. Mit Titeln wie „Walking tiptoe“ von Bert Joris und „Blame it on the boogie“ von Mick Jackson und auch einem eigenen Stück von Benny Brown zogen das Ensemble und der Star-Trompeter die Zuhörer in ihren Bann. Der sympathische Künstler Benny Brown war extra für die Workshops und das Konzert aus Hamburg angereist.

Er ergänzte die Band und bereicherte den Abend mit seinen hochqualitativen Einlagen. In der zweiten Hälfte des Abends zeigten einige seiner Workshop-Teilnehmer, was sie bei ihm gelernt hatten. Sie gaben zwei Lieder zum Besten, in denen sie die Anwesenden im Zusammenspiel und in Soli an ihrem Können teilhaben ließen. Alle Mitwirkenden des Abends verzichteten komplett auf eine Gage.

Es wurde eine Spendenbox aufgestellt und der Erlös geht an die Schule Schrozberg für das Projekt „WIM – wir musizieren“ – eine Kooperation von Grundschule, der Musikschule Hohenlohe und örtlichen Musikvereinen, um Kindern die Möglichkeit zu geben zu musizieren, sich auszuprobieren und musikalische Grundkenntnisse zu erlangen. So wurde aus der anfänglichen Stille ein mit Jazz und Leben gefüllter Raum, in dem man sich der Musik hingeben, einfach fallen lassen und für einen ganzen Abend den Alltag vergessen konnte. mas