Hohenlohe-Franken

Crailsheimer Gemeinderat Erstellung eines Mietspiegels mit knapper Mehrheit abgelehnt

Ist mehr Transparenz oder eine Mieterhöhung die Folge?

Crailsheim.Die Einführung eines Mietspiegels für die Stadt Crailsheim ist erneut gescheitert. Der Gemeinderat lehnte den Antrag der SPD-Fraktion mit hauchdünner Mehrheit ab.

Der Antrag war zuvor bereits im Bau- und Sozialausschuss knapp gescheitert. Auch im Mai 2018 hatte er keine Mehrheit im Rat gefunden. Die Stadträte hatten vor der Abstimmung noch einmal Pro- und-Contra-Argumente ausgetauscht. „Wir hoffen, dass sich die Sinnhaftigkeit eines Mietspiegels inzwischen eingestellt hat“, sagte Stadtrat Gernot Mitsch Bezug nehmend auf die Diskussion im Bau- und Sozialausschuss.

Die Grünen-Fraktion sprach sich dafür aus und erhoffte sich durch einen Mietspiegel mehr Transparenz auf dem Mietwohnungsmarkt und die Chance auf höheres Wohngeld für Sozialhilfeempfänger. Die AWV-Fraktion, die Bürgerliste Crailsheim (BLC) und die CDU-Fraktion äußerten sich aus Sorge vor ungewollten Mieterhöhungen ablehnend.

Allianz befürwortet Mietspiegel

Einzig die CDU-Stadträte Uwe Berger und Klaus-Jürgen Mümmler sahen Vorteile in einem Mietspiegel. „Die von der Landesregierung aufgesetzte Wohnraum-Allianz, in der vom Städtetag über ‚Haus und Grund‘ und den Mieterschutzbund bis hin zur Politik alle vertreten sind, empfiehlt einen Mietspiegel“, sagte Berger und verwies auf das Landesförderprogramm, das Kommunen in dieser Sache finanziell unterstützt. „Es gibt in Baden-Württemberg niemanden, der etwas vom Thema versteht und gegen einen Mietspiegel ist“, betonte auch Stadtrat Wolfgang Ansel (SPD). ch